Überweisung an Betrüger – Absender angeblich Wolfhager

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Dreiste Masche: Bernd Geiersbach kann trotz des Betrugsversuches in seinem Namen über die Angelegenheit schmunzeln.

Wolfhagen. Mit einer besonders dreisten Betrugsmasche wurde Bernd Geiersbach aus Wolfhagen konfrontiert: Ein Unbekannter hatte seinen Namen dazu genutzt, um dutzende Freunde und Bekannte des Kirchenmusikdirektors aufzufordern, ihm Geld zu leihen.

In einer Mail wurden die Adressaten gebeten, Geld zu transferieren, da sich Geiersbach in einer Notsituation im Ausland befinde und Tasche mit Reisepass und Kreditkarte verloren hätte – unter Angabe des vollständigen Namens und der Adresse des bekannten Chorleiters.

Um einen Flug zu erreichen, müsste das Geld schnellstmöglich über eine ausländische Bank angewiesen werden. Neben den Kontakdaten von Geiersbach wurden eine Mailadresse und Telefonnummer aus Großbritannien hinterlassen. Am vergangenen Mittwoch bekam Geiersbach den ersten Anruf mit dem Hinweis auf „seine“ E-Mail.

Ab dem Moment habe das Telefon nicht mehr stillgestanden. Viele Freunde, Kollegen und Bekannte hätten angerufen und sich nach ihm erkundigt. Einerseits war er erfreut, über so viel Anteilnahme, andererseits hätte er nicht mehr weiterarbeiten können und daher seinen Anrufbeantworter eingeschaltet.

Dann habe er überlegt, wie es zu dem Betrugsversuch in seinem Namen kommen konnte. Einen Tag bevor die Mail in seinem Namen verschickt worden war, habe es eine Sicherheitsabfrage seines Anbieters Google gegeben. Dies kam ihm zwar komisch vor, doch in der Hektik des Tage sei sie untergegangen. Also gab er seine Passwortdaten ein und arbeitete weiter.

Zumal die Maske der Seite bis ins kleinste Detail dem Aussehen der originalen Google-Seite entsprochen habe, sagt der 53-Jährige. Kurze Zeit später stellte er fest, dass er auf der Seite seines E-Mail-Postfaches nicht mehr navigieren und sein Passwort nicht ändern konnte. Zwölf Stunden später ging es mit den Mails an seine Bekannten los. Besonders dreist: Der Täter hat sofort eine neue Mailadresse unter dem Namen von Geiersbach eröffnet, lediglich ein fehlendes „g“ unterscheidet Original und Fälschung.

Trotzdem kann der Kirchenmusikdirektor über die „Witznummer“ schmunzeln. Schließlich sei kein Schaden entstanden, worüber er natürlich sehr froh sei. Andererseits sei er dadurch wesentlich vorsichtiger geworden bei der Internetnutzung.

Auch die Frau von Bernd Geiersbach dürfte vielleicht sogar zufrieden über die Geschichte schmunzeln. Die Nutzung des Online-Banking, von Geiersbach schon lange favorisiert, scheiterte immer am Widerstand seiner Ehefrau. Sie fühle sich nun natürlich bestätigt, sagt Geiersbach mit einem Lächeln.

Von Nicolai Ulbrich

Quelle: HNA

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