Überwiegend leere Touren: Wolfhagens neues Stadtbus-Angebot in der Kritik

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Oft ohne Fahrgäste zu sehen: Der Wolfhager Stadtbus ersetzt seit dem 15. Dezember vergangenen Jahres die Anruf-Sammeltaxis. Doch genutzt wird das neue Angebot bisher wenig.

Wolfhagen. Die Diskussion um das Stadtbus-Angebot in Wolfhagen geht weiter. Das neue ursprünglich vom NVV gefeierte Modell als Nachfolge der Anruf-Sammeltaxis entwickelt sich immer mehr zum Desaster.

Mit der Umstellung der Fahrpläne des Nordhessischen Verkehrsverbundes (NVV) am 15. Dezember vergangenen Jahres wurden die Anruf-Sammeltaxis abgeschafft. An Stelle dieses Angebots ist ein Stadtbussystem entwickelt worden. Zwei moderne Busse, die der Betreiber, die Hessische Landesbahn extra angeschafft hat, fahren meist ohne Fahrgäste durch die Stadt und die Stadtteile.

Nun hat sich auch die Stadtverordnetenversammlung mit dem Thema beschäftigt. „Es herrscht in der Bevölkerung großes Unverständnis über die Abschaffung der Anruf-Sammeltaxis“, sagte Denise Schwarz von der CDU. Die Stadt Wolfhagen habe es verschlafen, die Bürger umfassend über das neue Angebot zu informieren. „Die wenigsten wissen, wann und wohin die Stadtbusse fahren.“ Auch auf der Internetseite der Stadt finde man keine Streckenpläne und weitere Informationen.

Ein entsprechender Antrag der CDU Fraktion, Stadtbusfahrpläne mit Abfahrtszeiten, Streckenverläufen und Preisen zu entwerfen und allen Bürgern zukommen zu lassen und auf die Internetseite zu stellen, wurde einstimmig angenommen. Bürgermeister Reinhard Schaake will dabei aber den NVV nicht aus seiner Verantwortung nehmen. „Der NVV hat die Pläne gemacht, deswegen sollte die Stadt auch gemeinsam mit ihm diese Pläne entwickeln“, so Schaake.

Aber nicht nur über die mangelhafte Vermarktung des neuen Angebotes wurde diskutiert. Auch die Streckenverläufe und Fahrzeiten wurden angesprochen. „Wenn Fahrgäste am Bahnhof aussteigen und dann bis zur Schützeberger Straße hochlaufen, dann stimmt etwas am Streckenfahrplan nicht“, merkte Helmut Flörke von der CDU an und bat die Verwaltung Ungereimtheiten mit dem NVV zu klären. Bürgermeister Schaake erklärte, dass es bereits erste Gespräche gegeben habe.

Heiko Weiershäuser von der SPD fasste es abschließend nochmal zusammen: „Die jetzige Situation ist nicht tragbar.“

Von Florian Quanz

Quelle: HNA

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