Umbau der Arbeitsagentur in Homberg ist fertig - Im Dezember beginnt Betrieb

Homberg. Anfang Dezember wird die Agentur für Arbeit Fritzlar-Homberg in das ehemalige Landratsamt am Homberger Busbahnhof einziehen. Der Umbau ist fertig, ab Mitte des kommenden Monats können Arbeitssuchende die ersten Termine wahrnehmen. Erstmals wird es dort eigens für Flüchtlinge eine eigene Beratungsstelle geben.

In den vergangenen Monaten haben die Handwerker das Fachwerkhaus in ein modernes Gebäude mit historischer Bausubstanz verwandelt. Es wurde um eine Etage aufgestockt, im Eingangsbereich ein moderner kubistischer Vorbau geschaffen.

30 Beratungszimmer sind dort nun untergebracht, die alle nach den Vorgaben des Arbeitsamtes genormt und exakt zwölf Quadratmeter groß sind. „Wegen der Diskretion werden in einem solchen Amt eben viele kleine Räume benötigt“, sagte Architekt Christian Gerlach. Im Obergeschoss befindet sich ein Seminarraum, das Foyer im Vorbau. Mehrere Sozialräume gehören dazu.

Das Gebäude hatte zuvor der Stadt Homberg gehört. Sie hatte es im vergangenen Jahr für einen Euro an die Kraftstrom-Bezugsgenossenschaft (KBG) verkauft. Die ließ es auf ihre Kosten umbauen, weil bereits mit der Arbeitsagentur vereinbart war, dass sie dort einziehen wird.

„Wäre das nicht gelungen, wäre sie vielleicht sogar aus Homberg weg verlegt worden“, sagte Hombergs Bürgermeister Dr. Nico Ritz. Das habe er bereits kurz nach seinem Amtsantritt verhindern wollen, damit die Gefahr gebannt sei, dass sie Kreisstadt noch eine weitere Einrichtung verlieren würde.

„Der Erhalt von Fachwerk kann erfolgreich sein, wenn man einen machbaren Weg findet. Und genau das war hier der Fall.“

Nun ist die Agentur für Arbeit nicht nur in Homberg geblieben, sie wurde sogar vergrößert. 36 Mitarbeiter werden in dem Gebäude tätig sein. Landrat Winfried Becker sprach von einer deutlichen Aufwertung des Stadtbildes und der richtigen Entscheidung, weil die Investitionen in Homberg getätigt wurde.

Das könne ein wichtiges Puzzlestück im weiteren Vorgehen mit der historischen Bausubstanz Hombergs darstellen, sagte Landrat Becker. Auch Bürgermeister Dr. Ritz unterstrich das. Der Umbau des geschichtsträchtigen Hauses sei ein Signal, meinte er. „Der Erhalt von Fachwerk kann erfolgreich sein, wenn man einen machbaren Weg findet. Und genau das war hier auch der Fall.“

Die Arbeitsagentur habe das Objekt für zehn Jahre gemietet, erläuterte Uwe Kemper, Leiter der Korbacher Arbeitsagentur. Er habe bereits 2012 eine weitere Präsenz in der Kreisstadt gewollt, die Agentur war damals in das ehemalige Krankenhaus umgezogen. Nun werde die Zahl der Mitarbeiter sogar aufgestockt, und die Agentur in Homberg das Herzstück des Schwalm-Eder-Kreises, sagte Kemper.

Der Name werde daher „Agentur für Arbeit Fritzlar-Homberg“ lauten. Kurios: Sie sei schon einmal in dem Haus beherbergt gewesen, sagte er, genau wie die KBG. Anfang des vorigen Jahrhunderts war das Gebäude das Landratsamt, in den 50er-Jahren war es das Betriebs- und Bürogebäude der KBG. Für Wolfgang Imberger, Geschäftsführer der Kraftstrom-Bezugsgenossenschaft, wurden viele Werte geschaffen. Er zählt auf: Die optische Aufwertung, ein arbeitsfreundliches Ambiente, die Schaffung von Arbeitsplätzen, die zentrale Lage und der kurze Weg in die Innenstadt.

Der Umbau der Arbeitsagentur Fritzlar-Homberg kostete 2,4 Millionen Euro, die Planung lag beim Architekturbüro Gerlach in Fritzlar. Die Leitung der Agentur wird Martin Büscher übernehmen. Er ist zurzeit noch Chef der Fritzlarer Agentur.

Von Christine Thiery

Quelle: HNA

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