Unternehmen investierte 30 Millionen Euro

Umbau fast fertig: Verwaltung von B. Braun zieht in Melsunger Stadtwaldpark

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Auch an der Gebäudefront der ehemaligen Lungenheilstätte müssen noch letzte Bauarbeiten zu Ende gebracht werden. 

Melsungen. Der Medizintechnikhersteller B. Braun hat in der ehemaligen Lungenheilstätte im Melsunger Stadtwaldpark seine neue Verwaltungszentrale eingerichtet.

Im Treppenhaus werden die Geländer gestrichen, in die Schränke werden Regalbretter eingesetzt und in der neuen Kantine werden die Drähte der Deckenlampen verkabelt: Der Umbau der ehemaligen Lungenheilstätte im Melsunger Stadtwald ist fast abgeschlossen.

B. Braun hat dort für 30 Millionen Euro seine neue Verwaltungszentrale eingerichtet. Die meisten Abteilungen der Verwaltung hatten bisher im Europagebäude in den Pfieffewiesen ihren Sitz. Hintergrund des Umzugs ist, dass in den Pfieffewiesen verschiedene Abteilungen derselben Sparten zusammengezogen werden sollen, die teilweise über mehrere Standorte verstreut sind.

Noch herrscht munteres Treiben auf der Baustelle – ab Montag sollen die ersten Abteilungen der Verwaltung einziehen.

Das Innere des Gebäudes erinnert kaum noch an den Zustand vor dem Umbau. Herz- und Prunkstück des Gebäudes ist eine imposante Treppe im Eingangsbereich. Sie erstreckt sich über vier Etagen und ist ähnlich einer Helix geschwungen. Entworfen wurde sie vom Mailänder Architekturbüro Il Prisma. Bisher hatte es keine Eingangshalle gegeben – das Team von Thomas Frauenkorn brach dafür im Bereich des Eingangs drei Stockwerke ab.

Außerdem ist auffällig: An vielen Stellen wurden Wände herausgerissen, aus den kleinen Klinikzimmern sind große Räume geworden, und die Wände, die es noch gibt, sind vielfach aus Glas – „insgesamt ein Drittel der 6000 Quadratmeter Fassade“, sagt Chef-Architekt Thomas Frauenkorn.

Der Grund: Das Unternehmen setzt in der Gestaltung des Arbeitsplatzes auf Transparenz. Die Mitarbeiter sollen sich nicht in kleine, personenbezogene Büros zurückziehen. „Es ist erwiesenermaßen effizienter, wenn man verschiedene Arbeitsbereiche nutzt“, sagt B. Braun-Personalleiter Jürgen Sauerwald. Die Mitarbeiter können zu jeder Zeit wählen, ob sie in einem der Großraumbüros, einer Lounge mit Sesseln oder in einem Ruhebereich arbeiten wollen. Auch in der neuen Kantine kann gearbeitet werden.

Niemand hat in dem Gebäude im Stadtwald einen festen Arbeitsplatz. Das macht laut Sauerwald auch deswegen Sinn, weil die Mitarbeiter der Verwaltung häufig unterwegs sind, um die anderen Standorte des Unternehmens zu besuchen. Außerdem gibt es keine hierarchiebezogenen Bereiche im Gebäude im Stadtwald. Sauerwald: „Der Chef hat bei uns nicht das größte Büro und sitzt auf dem gleichen Bürostuhl wie alle anderen.“

Verwaltung von B. Braun jetzt in alter Lungenheilstätte

Die vielen hohen Fenster sollen nicht nur für Transparenz im Arbeitsalltag sorgen. „Das Gebäude soll dadurch auch mit der Natur verschmelzen“, sagt Thomas Frauenkorn. Die Lage des Gebäudes am Südhang mit dem weiten Blick ins Pfieffetal ist dafür exponiert. Besonders eindrücklich ist das Konzept beim neuen Konferenzraum aufgegangen. In dem Anbau, dessen Wände an drei Seiten aus Glas bestehen, hat man den Eindruck, mitten im Wald zu stehen. 

Quelle: HNA

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