Film- und Videomuseum wird in der kommenden Woche eröffnet

+
Zwei Welten: Dirk Lindemann neben dem wuchtigen, aus dem Wolfhager Kino stammenden Projektor, in den Händen hält er seine kleine, erste Filmkamera.

Wolfhagen. Ein paar Schildchen mit Erklärungen zu den kleinen Schätzen fehlen noch, aber sonst ist Dirk Lindemanns Museum für Film- und Videotechnik startklar.

Am nächsten Wochenende wird die neueste Attraktion in der Wolfhager Innenstadt offiziell eröffnet.

Gut 50 Filmkameras unterschiedlicher Formate stehen sauber aufgereiht in der großen Vitrine. An ihnen lässt sich nachvollziehen, wie sich die Technik für den ambitionierten Hobbyfilmer und den Profi in den Jahrzehnten vor Beginn des Video-Zeitalters entwickelte.

Stärken und Schwächen

Es sind fast durch die Bank Kameras, mit denen Lindemann selbst schon gedreht hat. Und dementsprechend kennt sich der 70-Jährige auch mit den Modellen aus, weiß um ihre Stärken und Schwächen, ihre Besonderheiten.

Mittendrin in der Galerie steht seine Bolex, mit der in den 60er-Jahren für den Wolfhager alles begann. 21 Jahre alt war er, als er sie in einem Pfandhaus für 400 Mark erstand. Der Neupreis, erinnert sich Lindemann, lag so um die 2000 Mark. Filmen war damals ein teures Vergnügen.

Vom Hobby zum Beruf

Fein einsortiert: Dirk Lindemann vor seiner Sammlung von Filmkameras. Das älteste Exemplar stammt aus dem Jahr 1932. Komplettiert wird die Abteilung Film durch Projektoren, Filmmaterial und einen Schnittplatz.

Lindemann widmete sich seinem Hobby intensiv, machte es später, als er in Mannheim lebte und dort als Berufsschullehrer arbeitete, zum Zweitberuf. Gemeinsam mit seiner Frau gründete er eine Firma, drehte Lehrfilme und Dokumentationen. Die Ausrüstung wurde immer auf modernem Stand gehalten, veraltete Ausrüstung durch neue ersetzt. Das ausgemusterte Material wanderte in den Keller oder auf den Dachboden. Und nun in den Raum im Wolfhager Kulturladen, wo Lindemann, der nach seiner Pensionierung wieder zurück in die alte Heimat zog, seit Januar mit dem Aufbau des Museums beschäftigt ist.

„Es soll eine Präsentation zum Anfassen sein“, sagt Dirk Lindemann zum Konzept, „ein Museum mit pädagogischem Anspruch“. Und es soll wachsen. Der Abteilung Film mit den Kameras, den Projektoren und dem Schnittplatz soll eine weitere folgen, die sich ganz der Video-Technik widmet. Die Ausstellungsstücke hat Lindemann zuhause eingelagert, allein der Platz im Kulturladen fehlt.

Und so wird der Wolfhager Filmemacher in der nächsten Woche zunächst auf rund 40 Quadratmetern starten. Am kommenden Samstag und Sonntag, 18. und 19. August, hat das neue Museum, dessen Träger der Kulturverein ist, von 11 bis 16 Uhr geöffnet. Danach zunächst nach Vereinbarung, der Kontakt wird über das Kulturbüro (05692/9960096, Manuela Matthaei) vermittelt.

www.filmmuseum-wolfhagen.de

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare