Die Umgehung rückt näher: Das sagen Gegner und Befürworter

Landwirt Ludwig Fenge will gegen die Ortsumgehung klagen: Die geplante Trasse würde sein Feld zerschneiden. Aus seiner Sicht gibt es bessere Alternativen. Foto: Schaake

Felsberg. Die Felsberger Ortsumgehung ist am Donnerstagabend ein Stück näher gerückt: Das Parlament hat den Bebauungsplan beschlossen. Wir haben darüber mit einem Befürworter und einem Gegner gesprochen.

Die Sicht des Gegners 

Ludwig Fenge (65) ist Landwirt und Bewohner der Felsberger Altstadt. Er befürwortet zwar den Bau einer Ortsumgehung, ist aber ein Gegner der geplanten Trasse.

Das bedeutet der Beschluss für ihn: Ich habe mit meinem Anwalt besprochen, dass wir schnellstmöglich Klage einreichen. Die Trasse würde mein Feld diagonal zerschneiden - damit bleiben Einzelflächen übrig, die sich nicht mehr bewirtschaften lassen. Da schafft auch ein Flurbereinigungsverfahren keine Lösung. Es geht nicht darum, dass ich kein Land abgeben will. Mein Vorschlag war, die Trasse ein Stück zu verlegen - parallel zu einem bestehenden Feldweg. Dann hätten sie mein Land längst haben können.

Das sagt er zur Trasse: Es ist Blödsinn, den Verkehr zwar aus der Altstadt herauszuholen, ihn dann aber am Steinweg gleich wieder draufzuleiten. Es wundert mich, dass die Anwohner des Steinwegs nicht viel mehr gegen den geplanten Trassenverlauf protestieren.

Das sagt er zur Finanzierung: Die Stadt Felsberg ist hoch verschuldet und will jetzt mehrere Millionen Euro für eine Umgehungsstraße ausgeben, die nur für wenige eine Entlastung bringt. Das ist nicht gut durchdacht.

Die Sicht des Befürworters 

Hartmut Quehl von der Bürgerinitiative für Felsberg freut sich darauf, wenn weniger Verkehr über die Untergasse rollt: Das ist eine Chance für die Altstadt, sagt er. Foto: Féaux de Lacroix

Das bedeutet der Beschluss für ihn:Darauf haben wir hingearbeitet. Die Untergasse muss beruhigt werden, damit hier wieder ein Stadtkern entstehen kann - ein Lebenszentrum und ein wirtschaftliches Zentrum. Wir haben jetzt die einzigartige Möglichkeit, hier etwas neu zu gestalten. Wenn alles gut läuft, gehe ich davon aus, dass wir mit einem Baubeginn der Umgehungsstraße im Jahr 2017 rechnen können.

Das sagt er zur Trasse: Die jetzt gewählte Trasse ist eine pragmatische Lösung. Als Mitglied der Kommission kenne ich jeden einzelnen Einwand, der gegen die Trasse vorgebracht wurde - keiner wäre gewichtig genug, um den jetzt geplanten Trassenverlauf zu kippen. Ich denke, egal, welchen Trassenverlauf man gewählt hätte - gegen jede Variante hätte es Klagen gegeben.

Das sagt er zur Finanzierung: Die Bürgerinitiative für Felsberg wurde gegründet aus Protest gegen das KIM II-Modell. Unser Wunsch war, dass das Land die Finanzierung komplett übernimmt. Aber wir akzeptieren diesen Kompromiss. Aus meiner Sicht ist das hier eine Investition in die Stadtentwicklung.

Quelle: HNA

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