Umstrittene Stromtrasse: Bürgermeister setzen Infoveranstaltung durch

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Riesige Masten: Hier ist eine Starkstromtrasse, die durch Thüringen führt. Monteure arbeiten in Altenfeld an einem Strommast unweit eines Umspannwerks.

Wolfhager Land. Als vor vier Wochen die Netzbetreiber TransnetBW und TenneT vermeldeten, eine Hochspannungsleitung zu bauen, die mitten durch das Wolfhager Land führen soll, war der Aufschrei groß. Eine Infoveranstaltung für die betroffenen Gemeinden gab es bislang nicht. Das wird nun nachgeholt.

Zumindest die Mandatsträger der Region können sich schlau machen über das Projekt.

Auf Druck Wolfhagens Bürgermeisters Reinhard Schaake wird es am Mittwoch, 26. März, in Istha eine zentrale Veranstaltung für Magistrats- und Gemeindevorstandsmitglieder aus dem Wolfhager Land geben. Der Gemeindevorstand Bad Emstals wird in einer separaten Runde bereits am Donnerstag, 20. März, unterrichtet.

Über die als Suedlink bezeichnete Hochspannungs-Gleichstrom-Leitung soll der Windstrom von der Nordsee nach Bayern geschickt werden. Wolfhagens Rathauschef Schaake hatte bei Bekanntwerden der Pläne harsche Kritik an Trassenverlauf und Informationspolitik von TransnetBW und TenneT geübt. Für das Stadtoberhaupt sind zu viele Fragen offen. So sei ihm nicht klar, weshalb sich der Verlauf von Suedlink nicht an bestehenden Trassen orientiere. Warum verlasse die geplante Trasse im Süden Hannovers die Autobahn 7, verspringe dort nach Westen und gelange schließlich auf ihrem Weg in den Süden durchs Wolfhager Land? Für diese und weitere Fragen, etwa nach den Möglichkeiten einer Stromübertragung durch Erdkabel, erhofft sich Schaake Antworten.

„Bad Emstal ist die Gemeinde im Wolfhager Land, die am stärksten betroffen ist. Alle vier Ortsteile werden tangiert“, sagt Bürgermeister Ralf Pfeiffer. Daher wollte er für Bad Emstals Politiker eine eigene Informationsveranstaltung. Und die bekommt er nun. Nach Pfeiffers Informationen soll die Trasse parallel zur Stromleitung der Bahn geführt werden. „Nur werden die Masten drei Mal höher sein als die der Bahn und allein die messen schon zwischen 23 und 30 Meter.“

Der Rathauschef, in dessen Gemeinde mehr Strom hergestellt wird, als von den Einwohnern und Firmen verbraucht werden kann, zeigt wenig Verständnis für die Stromautobahn. „Ich finde, es ist eine Unverschämtheit, wie der ländliche Raum verschandelt werden soll. Wer will denn schon einen 70 Meter hohen Strommasten in seinem Blickfeld haben“, sagt Pfeiffer. Seiner Meinung nach dürfe der Strom nicht in der Gegend rumtransportiert werden, solle dort verbraucht werden, wo er entsteht. Mit Windenergie, Solarparks und Biogasanlagen leiste Bad Emstal einen eigenen, großen Beitrag zur Energiewende.

Die Veranstaltungen am 20. und 26. März sind nicht öffentlich. Zu einem späteren Zeitpunkt soll es auch Bürgerveranstaltungen geben.

Quelle: HNA

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