Umweltminister Röttgen blickte beim „Schwälmer Heringstopf“ der CDU weit nach vorn

Umweltminister Röttgen: Vision zur Hausmannskost

Frielendorf. Auf den Tellern im Frielendorfer Restaurant Seeblick lag Bewährtes: Schmandhering – ganz im Sinne konservativer Küche. Am Rednerpult hingegen stand ein Mann, der über zukunftsweisende Rezepturen der deutschen Politik sprach.

Umweltminister Norbert Röttgen beschwor als Gastredner des „Schwälmer Heringstopfs“ der CDU die Utopie eines modernen Wirtschaftslandes im Einklang mit der Natur.

Wenn es nach Röttgen geht, der vor 350 Zuhörern seinen Ruf als eloquenter Redner bestätigte, ist Deutschland im Jahr 2050 nicht nur Weltmarktführer bei der Umwelttechnologie, sondern kann damit auch seinen Wohlstand über Jahrzehnte sichern. „Die Frage, wer wie viel Energie verbraucht, wird zur Wohlstandsfrage.

Eine globale Neuordnung steht bevor, bei der wir gute Chancen haben, ganz vorne dabei zu sein.“ Bereits jetzt habe Deutschland bei der Umwelttechnik einen Weltmarktanteil von 16 Prozent, was einer Wertschöpfung von 200 Mrd. Euro entspreche.

Röttgen machte auf die Diskrepanz zwischen wachsender Weltbevölkerung und schrumpfender Ressourcen aufmerksam. Wenn alle sieben Milliarden Menschen den westlichen Lebensstil beanspruchten, werde sich die Erderwärmung unkalkulierbar beschleunigen.

An düsteren Zukunftsszenarien will sich der CDU-Mann indes nicht beteiligen. Aber: „Ein Wirtschaftswachstum, das auf Verbrauch und Emissionen basiert, hat keine Zukunft.“ Mit Blick auf Atom- und Kohlekraftwerke sagte Röttgen, es sei ein Übergang zu gestalten, für den die Politik der Wirtschaft wegen der hohen Investitionen Zeit geben müsse. „Die Brückentechnologien sind nötig, wenn wir das andere Ufer erreichen wollen.“

Zur Diskussion um Sicherheitsrisiken im Atommüll-Endlager Gorleben sprach der Minister von einem „ergebnisoffenen Verfahren“. Erst wenn die Erkundungen abgeschlossen seien, könne die Frage beantwortet werden, ob Gorleben als Standort geeignet ist. In Richtung der Atomkraftgegner sagte er: „Es ist nicht Verweigerung, sondern Gestaltung nötig.“

Neben der Umwelt ging Röttgen auch auf die desolate Haushaltslage des Bundes ein: „Schluss mit dem Gegenwartsegoismus. Wir müssen aufhören, Wahlkampf mit Versprechungen zu machen, für die unsere Kinder und Kindeskinder zahlen müssen“, forderte der Minister, der gleichzeitig Landeschef der CDU in NRW ist.

 Bereits jetzt wiege das Schulden-Erbe für die zukünftigen Generationen 1 800 Mrd. Euro. Konsolidierung und Sparen seien unumgänglich. Dafür brauche es mutige Politiker, die nicht allein auf die nächsten Wahlergebnisse schielten.

Von Bastian Ludwig

Quelle: HNA

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