Flusskieselmosaik wird im Regionalmuseum aufgebaut

Ein Umzug mit Kran

Liebevoll restauriert: Denkmalpfleger Horst Berger verbrachte Stunden mit der Herrichtung des Flusskieselmosaiks. Archivfoto:  Dellit

Fritzlar. Einen Perserteppich des 13. Jahrhunderts: So nennt Dr. Ulrich Skubella das 800 Jahre alte Flusskieselmosaik, das derzeit noch im Wirtschaftshof des Hospitals zum Heiligen Geist liegt. Nur sehr reiche Einwohner hätten sich damals einen solchen Bodenbelag leisten können, sagt der Vorsitzende des Vereins Pro-Fritzlar.

Am morgigen Dienstag zieht das Mosaik mit viel Aufwand um. 4,5 Tonnen wiegt es mit der stabilisierenden Betonplatte, auf der es liegt. Seine neue Heimat wird das Regionalmuseum in Fritzlar. Ein Umzug, der seinesgleichen sucht: Denn das Mosaik wird mit einem Kran durch die Domstadt gefahren.

Der Türsturz des unter Denkmalschutz stehenden Museum muss ausgebaut und eine Hütte abgerissen werden. „Das wird eine kitzelige Angelegenheit“ sagt Skubella. Die größten sorgen machen sich er und die vielen Helfer aber um das Mosaik selbst. Es besteht die Gefahr, dass Mosaik nach unten durchbricht.

Es ist das größte in Hessen

Eine Beschädigung wäre ein großer historischer Verlust. In Hessen gibt es nur ein weiteres vergleichbares Mosaik. Dieses liegt in einer Kapelle im Kloster Hatzfeld im Kreis Waldeck-Frankenberg. Im Vergleich zum Fritzlarer sei es aber winzig, sagt Skubella. Das Fritzlarer Mosaik misst ein mal ein Meter, mit Bodenplatte etwa 2,5 mal 2,5 Meter.

15 000 Euro für Umzug

Träger des Transport ist der Verein Pro-Fritzlar. 15 000 Euro hat der Verein für den Umzug und alle Vorbereitungen gesammelt. Mehr als die Hälfte sponserte die Heimatstiftung der VR-Bank Schwalm-Eder. Das Geld werde aber nicht reichen, sagt Skubella. Daher hofft der Verein noch auf Unterstützung des Landesamtes für Denkmalpflege.

Das Mosaik wurde bereits 1995 bei Ausgrabungen entdeckt. Damals wurde am Krankenhaus ein zweites Bettenhaus gebaut. Unter alten Häusern, die abgerissen werden mussten, kam das seltene Stück zutage.

Dr. Peter Trosse und Friedgard Trosse setzten sich damals für den Erhalt des Mosaiks ein. Ursprünglich war geplant, das Mosaik im Krankenhaus auszustellen. Wegen des enormen Gewichts hätte es aber Schwierigkeiten mit der Statik gegeben, berichtet Ulrich Skubella. Daher wurde es vorläufig im Wirtschaftshof (Hinterhof) des Krankenhauses gelagert. Pro-Fritzlar setzte sich für einen neuen und repräsentativen Standort ein. Die Entscheidung fiel schließlich auf das neu konzipierte Regionalmuseum im Hochzeitshaus. (ddd)

Quelle: HNA

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