Altstadtgassen: Modelle und Kosten beschäftigen Anwohner, Stadt und Politiker

Uneinig über neue Lampen

Baustelle Quergasse: Dort wurde vor zwei Wochen noch kräftig gearbeitet. Fotos:  Müller-Neumann

Felsberg. An der Art und Anzahl der Straßenlampen in der Felsberger Altstadt scheiden sich die Geister: Die SPD spricht von 3000 Euro pro Lampe; Planungsbüro, Ortsvorsteher und Stadt von 1600 bis 2000 Euro je nach Modell - eine Frage, die sowohl die Anwohner, die Stadt, den Ortsbeirat und die Politiker von SPD und CDU beschäftigt.

In der Postgasse, Obergasse und Quergasse werden bzw. wurden der Kanal erneuert und die Straßen gepflastert. In der engeren Wahl für neue Leuchten in der Obergasse stehen laut Stadtverwaltung zwei Modelle: eine schlichte moderne Lampe und eine den alten Lampen ähnelnde.

Von seiten der SPD heißt es laut Pressemitteilung nach einem Ortstermin in der vergangenen Woche: Bei zehn neuen Lampen handele es sich um einen Betrag von 30 000 Euro, der nach der Straßenbeitragssatzung von den Anliegern mindestens zur Hälfte aufgebracht werden müsste.

Andere Preise

Die Anfrage der HNA bei der Stadtverwaltung ergab allerdings etwas anderes: Zwölf neue Lampen, von denen die modernere inklusive Mehrwertsteuer knapp 2000 Euro, die historischere Version knapp 1600 Euro kosten soll. Diese Zahlen hatte das Planungsbüro auch dem Ortsbeirat zukommen lassen.

Wie Ortsvorsteher Klaus Döll und Heinrich Kern (Stadtverwaltung) übereinstimmend gegenüber unserer Zeitung sagten, beziehe sich der Preis von 3000 Euro auf das bereits vorhandene Modell, wenn man neue dieser Art hinzukaufen würde. Kern: „Diese so genannten Altstadtleuchten sind aber nicht nur teuer, sondern auch sehr wartungsunfreundlich.“

Die SPD argumentiert weiter damit, dass zur Stadtverordnetensitzung am 1. September 2011 eine Kostenberechnung vorgelegt worden sei, in der lediglich 2638 Euro für die Straßenbeleuchtung insgesamt berücksichtigt seien, weil man damals davon ausgegangen sei, dass die Straßenbeleuchtung überwiegend erhalten bleiben könne. Dies sei auch in der Anliegerversammlung so vermittelt worden.

In er SPD-Mitteilung heißt es: „Wenn nun einzelne Anlieger, die es sich leichter als andere leisten könnten, jetzt für neue Lampen mit der Begründung plädierten: Sie hätten die Straßenlampe täglich vor Augen und deshalb dürften diese gerne etwas mehr kosten, sei das zwar nachvollziehbar, kann aber nicht der Maßstab für den gebotenen sparsamen Umgang mit den städtischen Haushaltsmitteln sein“. Dirk Becker (SPD): „Eine neue Straßenlampe mit einem Preis von etwa 3000 Euro zu veranschlagen, scheint mir doch extrem hoch. Hier müssen wir Einhalt gebieten und uns nach besseren Alternativen umschauen.“

Dirk Becker und der CDU-Stadtverordnete Norbert Scholz werben dafür, die Entscheidung über die Art der neuen Lampen zurückzustellen. Es solle zunächst geprüft werden, ob von der Eon-Mitte ein Angebot für ein Straßenlampen-Contracting gemacht werden könne, heißt es in der Pressemitteilung des SPD-Ortsvereins. (bmn)

Quelle: HNA

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