Händler warnen vor falscher Handhabung 

Elektro-Räder: Unfälle nehmen hessenweit zu

Schwalm-Eder. Der Markt mit Elektrofahrrädern boomt. 3,5 Millionen fahren mittlerweile auf deutschen Straßen. Mit der Anzahl der E-Bikes steigt aber auch die Anzahl der Unfälle.

Laut Verkehrsbericht Hessen gab es 2017 30,2 Prozent mehr Pedelec-Unfälle als im Vorjahr. Fahrradhändler aus der Region sehen zwar kein grundsätzliches Problem, warnen aber vor falscher Handhabung.

„Es ist nur ratsam, auf ein E-Bike umzusteigen, wenn man sich das Fahren eines normalen Fahrrads auch zutraut“, sagt zum Beispiel Micha Diegelmann, Inhaber des 1a Fahrradservice Diegelmann in Neukirchen. Patrick Reich von Zweirad-Stehl aus Fritzlar führt die gestiegene Unfallzahl auf fehlende Fahrpraxis zurück. Er rät Unerfahrenen dazu, ein Fahrsicherheitstraining zu absolvieren. Besonders Bremsen und Slalomfahren sollte geübt werden.

Axel Bischoff, Inhaber von Zweirad Bischoff in Melsungen, sieht ein großes Gefahrenpotenzial in der Wahrnehmung von E-Bikes im Straßenverkehr. Es bestehe die Gefahr, dass Autofahrer die Geschwindigkeit unterschätzen. Schließlich sehe man nicht direkt, ob ein Radfahrer motorisiert unterwegs ist.

Hessenweit ist die Zahl zwar gestiegen, im Landkreis hingegen ging die Zahl der Unfälle sogar zurück. Dirk Daniel, Leiter des Regionalen Verkehrsdienstes Schwalm-Eder sagt, man könne nicht erkennen, dass motorisierte Fahrräder öfter an Unfällen beteiligt sind als normale. Auch weil sie bei einem Unfall nicht immer als solche identifiziert würden. Laut Zweirad-Industrie-Verband sind vergangenes Jahr 720.000 E-Bikes bundesweit verkauft worden.

Die Zahl der Unfälle hängt laut hessischem Verkehrsbericht mit der gestiegenen Zahl an E-Rädern auf der Straße zusammen. „Nur Leute, die keine Übung haben, sind eine Gefahr für sich und andere“, sagt Horst Gießler vom ADFC Schwalm-Eder.

Geschwindigkeiten bis zu 45 km/h

Ein Elektrofahrrad fährt mit Unterstützung eines Motors. Die Begriffe Pedelec, (schnelle) S-Pedelec und E-Bike werden oft synonym verwendet, bezeichnen jedoch laut Allgemeinem Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) verschiedene Elektrofahrräder. 

Pedelecs verfügen über einen 250-Watt-Motor und sind maximal 25 km/h schnell. S-Pedelecs haben eine Leistung von 400 Watt und erreichen Geschwindigkeiten bis zu 45 km/h. E-Bikes können wie ein Mofa über einen Drehgriff oder Knopf angetrieben werden. Übersteigt ihre Leistung eine Geschwindigkeit von 25 km/h oder 1000 Watt, werden sie, wie S-Pedelecs, als Kleinkrafträder bezeichnet. 

Beide benötigen eine Betriebserlaubnis, ein Versicherungskennzeichen und verpflichten zum Tragen eines Helmes. Ein Fahren ohne Motor ist mit den Rädern möglich.

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © Daniel Karmann/Archiv

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