Unfall im Eisenbahntunnel: Rettungskräfte übten

Zierenberg. Eine großangelegte Katastrophenschutzübung hielt am Sonntagvormittag Rettungskräfte aus der Region in Atem. Angenommen worden war ein Unfall im Eisenbahntunnel bei Zierenberg.

Katastrophen-Alarm im Landkreis Kassel: Erschöpft liegt ein Verletzter auf den Gleisen. Mit letzter Kraft hat er sich selbst aus der verunglückten Regionalbahn im Tunnel zwischen Zierenberg und Fürstenwald befreit, wartet im strömenden Regen auf Hilfe. Eine junge Mutter läuft orientierungslos mit ihrem stark blutenden Baby im Arm umher, Schmerzensschreie von zum Teil schwer verletzten Menschen gellen aus der 120 Jahre alten Röhre in die Nacht. 

Ein Alptraum für die Rettungskräfte - in der Nacht zu Sonntag allerdings nur als Übung. Feuerwehr und Rettungsdienst probten das Inferno, um die Katastrophenschutzkapazitäten im Landkreis Kassel zu überprüfen. Das Szenario: Die Katastropheneinheiten sind durch eine angespannte Überschwemmungslage im Landkreis Waldeck-Frankenberg und der Kasseler Museumsnacht bereits über Maß beansprucht, als gegen 3.30 Uhr ein Regionalzug am Eingang des Zierenberger Bahntunnels mit einer Rotte Wildschwein kollidiert. Der Triebwagen entgleist und prallt gegen die Tunnelwand. 

Scheiben bersten, die 40 Fahrgäste werden durch den Zug geschleudert und durch Glassplittern verletzt. Der Triebwagenführer bleibt unverletzt, verständigt den Fahrdienstleiter, über den die weitere Alarmierung erfolgt. Besondere Herausforderung Keine zehn Minuten dauert es, bis Notarzt und Sanitäter vor Ort sind. Fünf Schwerst-, 14 Schwer- und 16 Leichtverletzte müssen aus dem Zug gerettet werden, eine besondere Herausforderung für die mittlerweile herbeigeeilten Rettungskräfte, denn für den Zierenberger Tunnel gibt es keine Einsatzplanung. 

Nicht direkt erreichbar Zudem ist die Einsatzstelle für die zwei Löschzüge aus Zierenberg/Habichtswald und Schauenburg sowie die vier Sanitäts- und zwei Betreuungszüge nicht direkt mit den Fahrzeugen zu erreichen. 185 Einsatzkräfte Erschwerte Bedingungen, die laut Kreisbrandinspektor Sebastian Mazassek für Probleme gesorgt haben: „Der Übungsablauf hat Defizite aufgezeigt, dazu sind diese Übungen auch da.“ 

So habe es bei der Koordination der 185 Einsatzkräfte wie auch in den Übungsabläufen Optimierungspotenziale gegeben. Die einzelnen Übungsteile würden jetzt genau ausgewertet und die Defizitanalyse in Ruhe vorgenommen, sagt der Kreisbrandinspektor, der sich insgesamt mit der Großübung sehr zufrieden zeigte: „Alle Verletzten konnten gerettet werden, Übungsziel erreicht.“ (zhf)

Fotos: Unfall im Eisenbahntunnel: Rettungskräfte übten für den Ernstfall

Katastrophenschutzübung im Zierenberger Bahntunnel

Quelle: HNA

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