Polizei registriert Zunahme

Immer mehr Fahrer flüchten nach Unfällen

Schwalm-Eder. Die Zahl der Unfallfluchten ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. 744 registrierte die Polizei im Schwalm-Eder-Kreis im vergangenen Jahr, 2015 waren es noch 694.

Im Jahr 2017 wurden 260 dieser Fluchten aufgeklärt und damit 35 Prozent. „Die Aufklärungsquoten liegen konstant bei etwas mehr als einem Drittel, zwischen 35 und 40 Prozent“, sagt Polizeisprecher Volker Schulz.

Nach Angaben der Polizei werden Unfallfluchten mehrheitlich in Stadtgebieten wie Schwalmstadt, Fritzlar, Melsungen und Homberg begangen. Im Vergleich steht der Landkreis damit allerdings noch ganz gut da: Im gesamten Bundesland ist mittlerweile jeder dritte Unfall eine Fahrerflucht, 41830 im vergangenen Jahr. Im Schnitt kommt es in Hessen damit 114 Mal am Tag zur Fahrerflucht nach einem Unfall. Im Verkehrsbericht des Landes für das Jahr 2017 wird im Bereich der Unfallfluchten ein Trend nach oben erwartet.

Tatorte sind oft Parkplätze von Einkaufsmärkten oder auch öffentliche Parkplätze, teilt die Polizei mit. Wie hoch der finanzielle Schaden ist, der durch diese Form der Unfälle entsteht, erfasst die Statistik der Polizei allerdings nicht. Hunderte Verkehrsteilnehmer werden jedes Jahr durch solche Bagatellunfälle zu Straftätern. Auf eine solche Unfallflucht bei Blechschäden stehen Geld- oder Freiheitsstrafen. Und selbst wenn der Verursacher sich später meldet und den Schaden wieder gutmacht, drohen Strafen wie ein Fahrverbot.

Die Polizeidirektion Schwalm-Eder rät dazu, unbedingt die Polizei zu verständigen, wenn man auf einem öffentlichen Parkplatz ein anderes Auto beschädigt hat. „Unter keinen Umständen einfach wegfahren“, erklärt Schulz. Einen Zettel am beschädigten Fahrzeug zu hinterlassen reicht nicht aus. „Immer die Polizei rufen. Wir sagen dann, was zu tun ist“, sagt Schulz. 

Hintergrund: Haft oder Geldstrafe

Wer sich unerlaubt von einem Unfallort entfernt, muss mit hohen Strafen rechnen. Geregelt ist das im Strafgesetzbuch. So sagt Paragraf 142, dass mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit einer Geldstrafe bestraft wird, wer nach einem Unfall einfach wegfährt, ohne sich um den angerichteten Schaden zu kümmern. 

Außerdem kann es nach einer Verurteilung zu einer Freiheits- oder Geldstrafe zusätzlich dazu kommen, dass ein Gericht den Führerschein des Unfallverursachers für ein bis drei Monate entzieht. Die Polizei rät dazu, nach einem Unfall mindestens 30 Minuten zu warten. Wenn der Besitzer nicht auftaucht, muss die Polizei verständigt werden.

Quelle: HNA

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