Gesundheitsamt prüft das Wasser in Freibädern und Badeseen in der Region

Ungetrübte Badefreuden

Sicherheit: Schwimmmeister Andreas Falz prüft die Wassertemperatur an der Stockelache. Fotos: Mangold

Schwalm-Eder. Sommer, Sonne, Badesee – Das passt für viele Menschen zusammen. Damit das Badevergnügen sicher ist, untersucht das Gesundheitsamt die Wasserqualität von Freibädern und Badeseen. Besonders wichtig sind die Kontrollen in Natur-Badeseen, in denen das Wasser nicht, wie in den Schwimmbädern, gechlort wird. Denn hier könnten sich Krankheitskeime besonders gut vermehren.

Die Keime gelangen zum einen mit und durch den Menschen ins Wasser, zum anderen auch durch Tiere. An der Stockelache in Borken beispielsweise leben Enten und Schwäne, besonders die Nilgänse seien ein Problem, weil sie zutraulich seien und an ruhigen Tagen ihre Verunreinigungen am Badestrand hinterließen, erklärte Klaus Baritz vom Kreisgesundheitsamt.

Kontrollen am See

Vor Beginn der Badesaison, die in diesem Jahr am 17. Mai beginnt, nahmen er und sein Kollege Holger Pfetzing in dieser Woche Wasserproben an den vier Badeseen in der Region: an der Stockelache in Borken, am Silbersee in Frielendorf, am Neuenhainer See in Neuental und am Natur-Badesee Beiseförth in Malsfeld. Auch während der Badesaison kommt das Gesundheitsamt zur Probenentnahme.

Für die mikrobiologische Untersuchung des Wassers auf Darmbakterien wird eine Probe aus 1,5 Metern Tiefe genommen. Mit der Secci-Scheibe, einem Mess-Stab mit heller Scheibe an einem Ende, wird die Sichttiefe bestimmt, die bei der Rettung von Ertrinkenden eine Rolle spielt.

Je tiefer man in den See schauen kann, desto leichter ist die Rettung eines Menschen bei einem Badeunfall. An der Stockelache, die über 17 Meter tief ist, beträgt die Sichttiefe sieben bis acht Meter.

Gute Sicht – sauberes Wasser

Die Sichttiefe gibt Aufschluss über Trübung und Algenbewuchs des Wassers. Bei der Sichtprüfung achten die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes auch auf Fremdstoffe wie Öl, das auf dem Wasser schwimmt, erklärte Pfetzing. Schließlich werden noch der ph-Wert und die Temperatur des Wassers gemessen.

Bisher bekamen alle Badeseen des Kreises ein „A“ für sehr gute Wasserqualität. Das bedeutet, dass die Keimbelastung so niedrig ist, dass das Baden für die Menschen unbedenklich ist. Eine hohe Keimbelastung könnte bei Schlucken des Wassers Durchfallerkrankungen auslösen. Bei starker Sonneneinstrahlung könnte es zum Algenbefall kommen, erklärte Pfetzing.

Die meisten Algen seien unschädlich, nur blühende Blaualgen geben ein Gift ab, das beim Menschen Hautjucken und bei Verschlucken Durchfall und Erbrechen auslösen könnten. Ist der Algengiftgehalt einmal zu hoch, wird der Badesee für einige Tage geschlossen.

Die Ergebnisse der Untersuchungen werden am Badesee ausgehängt und im Internet veröffentlicht: http://badeseen.hlug.de

Von Bettina Mangold

Quelle: HNA

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