Unglück in Zimmersrode wirft viele Fragen auf: "Brauchen Antworten"

Zimmersrode. Neuentals Bürgermeister Kai Knöpper findet nur ein Wort für das, was in Zimmersrode passiert ist: "Unfassbar".

Knöpper war beim Unglück als Feuerwehrmann im Einsatz und er hat den 31-Jährigen, dessen Frau und Zwillinge bewusstlos aus dem Haus gerettet worden waren, zu seiner Familie ins Klinikum nach Kassel gefahren. "Er stand völlig unter Schock."

Knöpper saß am Donnerstag an seinem Schreibtisch, als er gegen 15.30 Uhr laute Hilferufe aus der unmittelbaren Nähe hörte und fast zeitgleich die Alarmsirene einsetzte. Zusammen mit dem stellvertretenden Gemeindebrandinspektor Manfred Horn sprang Knöpper ins Einsatzleitfahrzeug und fuhr die wenigen Meter zum brennenden Haus. Was dann passierte, beschreibt er "wie einen Film, der an mir vorbei rauscht", sagte er heute der HNA.

Der Einsatz sei in technischer Sicht hervorragend gelaufen. Polizei, DRK, Feuerwehren, Malteser, sie alle hätten super zusammen gearbeitet und doch habe es nichts genutzt: "Wir konnten das Leben der Kinder nicht retten." Als der Vater der Zwillinge während der Löscharbeiten nach Hause kam, habe die Wehr versucht, ihn soweit wie möglich von den schlimmen Nachrichten abzuschirmen.

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"Wir stehen unter Schock"

Für die Feuerwehrleute ist der 31-Jährige alles andere als ein Fremder: Er ist stellvertretender Wehrführer in Neuenhain, hat dort mit seinem Engagement die Einsatzabteilung belebt, neue Mitglieder gewonnen und so die Wehr vor der Schließung bewahrt. "Er hat richtig viel auf die Beine gestellt. Und jetzt ist das Schicksal so zynisch, dass es einem Feuerwehrmann die Kinder bei einem Brand nimmt", sagte Knöpper. Die Fassungslosigkeit war ihm durchs Telefon anzuhören.

Die Familie war vor eineinhalb Jahren nach Zimmersrode gezogen, hat das Haus im Ortskern Schritt für Schritt saniert und sich gut ins Dorfleben integriert.

Kai Knöpper wird nicht der einzige sein, der die Tragödie noch nicht begreifen kann. "Am Donnerstag um halb drei hat die Mutter die Zwillinge vom Kindergarten abgeholt um halb vier waren sie tot. Wie kann das denn sein?"

Niemand könne sich erklären, wie es zu dem Brand gekommen sei, warum das Feuer so schnell ausgebrochen, die Hitze im Gebäude so groß geworden ist. "Die Menschen hier brauchen Erklärungen", sagt Knöpper. "Ohne die können wir das Unglück nicht verarbeiten."

• Ökumenische Trauerandacht zum Unglück in der ev. Kirche Zimmersrode, Samstag, 18 Uhr, für alle Beteiligten.

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Quelle: HNA

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