Tier starb durch zurückgelassene Angelutensilien

Unrat wird am Silbersee zur Todesfalle für Schwäne

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Einer fehlt in der Familie: Weil er vermutlich einen Angelhaken verschluckt hatte, starb kürzlich ein junger Schwan am Silbersee.

Frielendorf. Angler und Tretbootfahrer gehören zum Silbersee wie die Schwanenfamilie mit mehreren Jungtieren. Doch die Idylle hat Risse bekommen.

Agnes Denner von der Frielendorfer Tiernothilfe meldet in diesem Sommer einen toten und einen vermutlich durch Angelunrat verletzten Schwan. „Zurückgelassene Angelutensilien wie Haken und Schnüre betreffen nicht nur Schwäne, auch andere Tiere und Badegäste könnten sich verletzen“, empört sich die 78-jährige Leuderöderin.

Die Tierschützer

Der Tierschützerin informierten kürzlich Bekannte über einen Silbersee-Schwan, der anscheinend einen Angelhaken am Hals hängen hatte und eine Schnur hinter sich her zog.

Auch Badegäste könnten sich verletzen: Agnes Denner von der Frielendorfer Tiernothilfe weist auf die Problematik am Silbersee hin.

Noch bevor sie dieses Tier fand, spitzte sich die Lage zu. Zwei Spaziergänger bargen einen weiteren Jungschwan, der ihnen wegen seines Japsens aufgefallen war. Agnes Denner brachte ihn zum Tierarzt nach Homberg und anschließend wegen der Röntgendiagnose – ein kleiner metallischer Gegenstand im Magen – in das Institut für Geflügelkrankheiten nach Gießen. Das Tier überlebte die Nacht nicht. Der andere Schwan konnte sich offenbar aus seiner misslichen Lage selbstständig befreien.

Die Gemeinde

Die Gemeinde habe umgehend reagiert, erklärte Bürgermeister Thorsten Vaupel. Zum einen wurde der Pächter des Gewässers, der Sportfischereiverein Homberg, über die Vorfälle informiert. Das bestehende Pachtverhältnis habe bisher keinen Anlass zu Beanstandungen gegeben, so Vaupel. Zum anderen wurden die Ausgabestellen von Tagesangelkarten, beispielsweise im Ferienwohnpark, mit Hinweiskärtchen versorgt, die sie den Gästeanglern aushändigen sollen. Tagesangler werden damit auf die Ordnungswidrigkeit hingewiesen, Angelunrat liegen zu lassen.

Die Angler

„Wir nehmen die Verletzung der beiden Silberseeschwäne mit Bedauern zur Kenntnis“, so Thomas Weineck, Vorsitzender der Homberger Sportfischer. Der Verein fühle sich dem Naturschutz verpflichtet. Eine derartige Verletzung sei nicht hinnehmbar. Der Sportfischer nennt Probleme der Angler, die durchaus Ursache für vermehrten Angelunrat sein könnten. Den Fischern mach- en vermehrt im Uferbereich über Schnüre fahrende Tretboote zu schaffen und es gebe immer wieder Hinweise auf Schwarzangler.

Das bestätigt auch der staatlich geprüfte Fischereiaufseher Bernd Helbig. Immer wieder tauchten Angelschnüre auf, die irgendwo – ohne Rute – am Ufer befestigt worden seien. Teilweise hingen sogar noch tote Fische an den Haken. Wenn der Unrat bei Kontrollen entdeckt wird, werde er entsorgt. Kontrollen seien schwierig, da die illegalen Angler ihre Schnüre meist dann auslegen, wenn der See nicht belebt ist.

Quelle: HNA

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