Ohne Worte: Gebärdensprachkurs an der Volkshochschule

Homberg. In dem Seminarraum der vhs ist es so ruhig wie bei einem BWL-Seminar an der Uni. Der wichtigste Unterschied ist aber, dass die Stille bei dem Volkshochschulkurs, im Gegensatz zur Uni-Veranstaltung, erwünscht ist, denn es handelt sich um einen Kurs für Gebärdensprache.

Ein Video zum Kurs:

Unterrichtet wird das Seminar von Uwe Dippel. Der gebürtige Homberger, der selbst taub ist, bringt den Teilnehmern in dem Anfängerkurs die Grundlagen bei. Der Unterschied zu anderen Sprachkursen zeigt sich schon bei der Begrüßungsrunde. Dabei stellt sich zwar, wie üblich, jeder mit seinem Namen vor, aber ohne Worte. Nur mit Handbewegungen.

Die Hand auf die Brust, dann mit Mittel- und Zeigefinger über die Wange nach unten streichen und die Buchstaben des eigenen Namens mit der Hand formen: So kommt zum Beispiel der Satz „Mein Name ist Julia.“ zustande. Seminarleiter Uwe Dippel freute sich über die Fortschritte, die seine Kursteilnehmer in den letzten Wochen machten.

Die Organisatorin des Kurses, Hille Hobbiebrunken-Oltmer, zuständig für den Programmbereich Sprachen an der vhs, zieht ebenfalls ein positives Fazit. „Es wird sehr gut angenommen. Die Teilnehmer machen es nicht nur zum Spaß, sondern weil sie einen persönlichen Bezug haben zu dieser besonderen Sprache.“

Die Kursbesucher sind so interessiert an der Gebärdensprache, dass einige von ihnen lange Anfahrtswege in Kauf nehmen. Claudia Gast-Grenzebach kommt aus dem Kreis Hersfeld-Rotenburg. „Ich arbeite in einem Kindergarten, wo wir ein hörgeschädigtes Kind hatten. Diese Erfahrung hat mich dazu gebracht hier teilzunehmen.“

Die Begeisterung für den Kurs war bei allen so groß, dass sie ihn in Absprache mit der vhs verlängerten. „Wir haben viel gelernt, aber wir wollen die Gebärdensprache besser beherrschen“, erklärt Gast-Grenzebach.

Der nächste Anfängerkurses für Gebärdensprache findet am 11. September, 18 Uhr, in Homberg an der vhs, Info: Tel. 05681/775775

Von Benjamin Kling

Quelle: HNA

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