„Wir glauben nicht an eine gute Ernte“

Unwetter verhagelt Apfelernte: Schlechte Prognose für den Altkreis

Wolfhager Land. In diesen Tagen beginnt die Apfelernte. Der Verband der Deutschen Fruchtsaft-Industrie rechnet mit rund 800 000 Tonnen Streuobstäpfeln. Das sind über 60 Prozent mehr als im Vorjahr. Und auch die Obstbauern erwarten eine deutliche Ertragssteigerung im Vergleich zum Vorjahr.

Hintergrund

Bäume haben immer einen Eigentümer. Manchmal sind sie auch verpachtet, oder das Obst wird in den vielen Kommunen im Altkreis zum Selbstpflücken verkauft. Obwohl auch das Fallobst nicht herrenlos ist, wird sich wohl kaum jemand aufregen, wenn Spaziergänger einen Apfel mitnehmen. Tabu ist jedoch, zu pflücken, den Baum zu schütteln oder das Obst herunter zu schlagen.

An manchen Orten vergammelt jedoch das Obst am Baum, weil der Eigentümer keine Verwendung dafür hat. Solchen Bäumen hat sich der Onlineservice Mundraub.org gewidmet. Dort erfährt man, wo es Obst und Gemüse zum Nulltarif gibt. (ewa)

Im Altkreis Wolfhagen scheint sich dieser Trend nicht zu bestätigen. „Wir glauben nicht an eine gute Ernte“, sagt Heinrich Niggemeyer von der Gärtnerei Pflanzlust in Nothfelden. Im Frühling hätten die blühenden Apfelbäume nochmal Frost abbekommen, lediglichin geschützten Bereichen wie in Gärten werde der Ertrag wohl zufriedenstellend ausfallen.

„Hinzu kommt noch das Unwetter vom Juni. Der Hagel hat eine Schneise durch das Wolfhager Land geschlagen“, erklärt Niggemeyer. Betroffen waren dabei vor allem der Südkreis mit Balhorn, Altenstädt, Bründersen und Ippinghausen. In diesen Bereichen tragen die Bäume zum Teil gar keine Äpfel.

Auch Claudia Thöne, Leiterin des Raum für Natur und zuständig für die Naumburger Pomologentage, ist enttäuscht. „Ich habe hier in Naumburg nicht viele Äpfel am Baum gesehen.“ Zwetschgen, Mirabellen und Birnen sähen dagegen ganz gut aus. Am kommenden  Wochenende werden in einigen Kommunen wieder die Äpfel der städtischen Bäume verkauft oder versteigert. Die Preise für einen Apfelbaum liegen im Durchschnitt bei drei Euro.

In diesem Jahr gibt es mehr Anfragen, möglicherweise wegen des Apfelmangels. „Im vergangenen Jahr kam niemand zum Versteigerungstermin, diesmal haben wir schon einige Voranfragen, sagt der zuständige städtische Mitarbeiter aus Breuna. Wer Apfelbäume ersteigere, lasse meistens Saft davon pressen. Dies bestätigt auch Heinrich Niggemeyer. Die Äpfel einzukochen, wie es früher üblich war, mache kaum jemand.

Von Bea Ricken

Quelle: HNA

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