Stadt benötigt Fläche

Noch kein neuer Standort für Melsunger Polizeistation

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Umzug liegt auf Eis: Die Polizeibeamten sollen endlich eine neue Station bekommen. Die Standortsuche zieht sich. Die Stadt möchte das Grundstück kaufen und entwickeln.

Melsungen. Die Melsunger Polizeistation ist in einem desolaten Zustand. Der Putz bröckelt von den Wänden, die Gebäude haben mehrere schwere Hochwasserschäden hinter sich und seit Jahren gibt es einen Investitionsstau.

Das Hessische Immobilienmanagement ist mit der Standortsuche für einen Neubau beauftragt. Nur gefunden ist er noch nicht.

Die Stadt möchte das Grundstück dringend erwerben und hat dem Land nach Aussage von Bürgermeister Markus Boucsein ein außerordentlich großzügiges Angebot unterbreitet. Das war vor vier Wochen. „Eine Antwort haben wir jedoch weder vom Finanzministerium noch vom Innenministerium erhalten“, sagt Boucsein. Der Ärger über das Polizeirevier und die Standortsuche ziehe sich nun auch schon seit Jahren.

Vertreter aller Parteien haben sich vom schlechten Zustand überzeugt. Dabei fiel sogar der Ausspruch der unwürdigen Unterbringung.

Gebäude ist 51 Jahre alt

Innenminister Boris Rhein wünscht sich nach eigener Aussage zwar eine schnelle Lösung, er habe aber keinen Einfluss auf das Verfahren, sagte er am Mittwoch während eines Besuchs in Körle.

51 Jahre alt ist das Gebäude, das auf Fuldaschwemmsand erbaut wurde und stadtplanerisch ein echtes Filetstück ist: „Das Polizeirevier und der ehemalige Feuerwehrstützpunkt spielen in unseren Plänen zur Fuldauferumgestaltung eine gewichtige Rolle“, sagt Boucsein dazu. Sowohl das Sandcenter II als auch eine Erweiterung des Parkraums seien dort am Sand im Gespräch.

Noch kein Grundstück

Ob die Stadt den Standort kaufen kann, müsse eine Prüfung zeigen, sagt Renate Gunzenhauser, Sprecherin beim Hessischen Immobilienmanagement. Falls das Land den Standort nicht benötige, werde es der Stadt als erstem Kaufinteressenten angeboten. Die Stadt habe eine Art Vorkaufsrecht, sofern sie das Gelände für öffentliche Zwecke benötige. Der zeitliche Rahmen für den Umzug lasse sich nur schlecht eingrenzen. „Bisher haben wir noch kein passendes Grundstück gefunden“, sagt sie. Das neue Grundstück soll etwa eine Fläche von 3000 Quadratmetern haben. „Das würden wir auch von privat erwerben. Es muss allerdings die Anforderungen der Polizei erfüllen – zum Beispiel einsatztaktisch.“

Die neue Polizeistation soll im Melsunger Stadtgebiet liegen und für die Einwohner gut zu erreichen sein. Die Nutzfläche werde etwa 900 Quadratmetern betragen. 45 Bedienstete würden dann dort untergebracht, heißt es vom Immobilienmanagement. „Wir sind mit einer Reihe von Anbietern im Gespräch, für die Angebote muss dann die Wirtschaftlichkeit geprüft werden“, sagt Gunzenhauser. Dann erfolge die Abstimmung mit der Polizei auf Landesebene.

„Wir haben dem Land den Standortwechsel mit unserem Kaufangebot schmackhaft machen wollen“, sagt Boucsein. Die Neugestaltung des Fuldaufers müsse endlich voran kommen.

Von Damai D. Dewert

Quelle: HNA

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