Familientreffen in Felsberg mit Stadtrundgang und Besichtigung alter Häuser

Ihr Urahn war Peter Fenge

Eine große Familie: In Deutschland verstreute Nachfahren des Metzgers Peter Fenge trafen sich in Felsberg. Foto:  privat

Felsberg. Zurück zu den Wurzeln, das war das Motto beim Familientreffen der alteingesessenen Familie Fenge in Felsberg. Mehr als 30 Personen mit diesem Namen und auch nachweislich miteinander verwandt, trafen sich jüngst in der Stadt ihrer Vorfahren.

Aus Bremen, Rostock, Bayreuth, Darmstadt, Göttingen, Weimar und Altmorschen waren sie angereist. Die Initiative zu dem Treffen war von Gertraud Metz (Kelkheim) – ihre Mutter Annemarie war eine geborene Fenge – ausgegangen. Alle zeigten sich angetan von dem mittelalterlichen Charme des nordhessischen Städtchens und dessen früherer Bedeutung.

Die Geschichte der Familie Fenge lässt sich bis in den Dreißigjährigen Krieg zurückverfolgen. Als Felsberger Stammvater der Familie darf Metzger Peter Fenge angesehen werden, wie dies aus einer amtlichen städtischen Rechnung von 1634 zu entnehmen ist. Die Familie vergrößerte sich schnell, und über mehrere Generationen gliederte sie sich in verschiedene Zweige.

Ratsherren und Amtmänner

Durch großen Fleiß in handwerklichen und landwirtschaftlichen Berufen verschaffte man sich Wohlstand und hohes Ansehen in der Bevölkerung. Bis in das 19. Jahrhundert hinein entstammten zahlreiche Ratsherren, Amtmänner und Schiedsleute aus ihren Reihen. Mit Peter, Conrad und Urban Fenge stellten sie zu unterschiedlichen Epochen sogar Bürgermeister.

Unter Leitung von Hans Poth, Kulturwart des Burgvereins, unternahmen die Familienmitglieder eine Zeitreise auf den Spuren ihrer Vorfahren. So zeigte er gemeinsam mit Martina Orth, stellvertretende Vorsitzende des Evangelischen Kirchenvorstandes Felsberg, zwei Abendmahlskannen in Jugendstilform, die um 1900 von der Familie anlässlich der Goldenen Hochzeit von Conrad und Marie Fenge gestiftet wurden.

Auf einem Rundgang durch die Altstadt zeigte Poth historisch wichtige Gebäude, darunter auch einige, die für die Familiengeschichte als Wohnsitz oder Gewerbebetrieb von besonderer Bedeutung waren. Bedauert wurde der Zustand des Stammhauses der Fenges, ein Gebäude Ecke Quergasse / Obergasse, in dem sich bis vor einigen Jahren noch eine Bäckerei befand. Diese wurde bereits um 1800 von Urban Fenge gegründet. Eine schmuckvolle Tür verkündet von einstigem Wohlstand, der in dem Haus geherrscht haben muss.

Oberförsterei

Vorübergehend im Besitz der Familie befand sich auch die alte Oberförsterei für das Amt Felsberg in der Untergasse, eines der ältesten Steinhäuser Felsbergs. Noch heute existiert ein großes landwirtschaftliches Anwesen im Obertor, das Ludwig Fenge, dem Felsberger Sproß der Familie gehört.

Auch das ursprünglich städtische Brauhaus in der Lohrer Straße wurde zunächst von einem Conrad Fenge ab 1850 in Pacht betrieben. Schließlich erwarb er 1864 das Anwesen und unterhielt neben der Landwirtschaft eine einträgliche Bierproduktion samt Handel.

Auf dem städtischen Friedhof hinterlässt die Familie ebenfalls ihre Spuren: eindrucksvolle Grabdenkmäler aus schwarzem Marmor erinnern an wichtige Persönlichkeiten einer Kleinstadt, die in ihrer Entwicklung maßgeblich von Mitgliedern der Familie Fenge geprägt wurde.

Quelle: HNA

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