Serie „Schätze im Chattengau“: Das Dorlaer Steinkreuz

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Unklarer Ursprung: Gehörte das Dorlaer Kreuz zum Kloster?

Dorla. Um das kleine Dorlaer Steinkreuz soll sich eine schaurige Geschichte um eine Bluttat ranken. Wir berichteten darüber in unserer Serie „Schätze im Chattengau“.

Der Gudensberger Heinz Müller, dessen Steckenpferd die alten Kreuze sind, ist jedoch anderer Ansicht, was den Ursprung des Dorlaer Kreuzes betrifft.

Ein Zusammenhang des Dorlaer Steinkreuzes mit der Mordtat bei Dorla im Jahre 1454 sei unwahrscheinlich. Dies schreibe Heinrich Riebeling in seinem Buch „Steinkreuze und Kreuzsteine in Hessen.“ Die Beschreibung des Dorlaer Steinkreuzes beende dieser mit dem Satz: „Es sind außer groben Bearbeitungsspuren keine Darstellungen oder Inschriften sichtbar.“

Das zeichenlose Steinkreuz könne daher den Fehde- und Sühnekreuzen nicht zugeordnet werden, schlussfolgert Müller. An der Bundesstraße 3 am Ausgang von Werkel in Richtung Fritzlar stehe ein solches Sühnekreuz. Auf ihm ist eine nur noch schwach sichtbare Hand dargestellt. Ein typisches Symbol für Sühne- und Fehdenkreuze.

Kreuze ähneln sich: Das Welleroder Steinkreuz. 

„Als ich das Welleroder Steinkreuz am 22. April 2002 zum ersten Mal sah, stellte ich eine Ähnlichkeit mit dem Dorlaer Steinkreuz fest, und ich habe es so beschrieben: Sein Schaft ist auf dem Grund so breit wie der Sandsteinblock, aus dem es nur spärlich gestaltet wurde. Arme und Kopf sind nur grob als Rundung angedeutet.

Der ehemalige Geschichtslehrer Müller suchte lange nach dem Welleroder Kreuz, um es zu untersuchen. Von dessen Existenz wusste er aus alten Wanderkarten. Müller: „Der Standort des Welleroder Steinkreuzes befindet sich am Rande des Waldes zwischen Wollrode und Wellerode.

Grenzsteine einer geistlichen Herrschaft

Dieser Wald wurde noch um 1700 auf der Schleensteinschen Karte Altwald genannt. Er habe dem nahe gelegenen Kloster Breitenau gehört. „Mit der Aufstellung des Welleroder Steinkreuzes hat das Kloster seinen Waldbesitz angezeigt“, ist sich Müller sicher.

So sei es auch wahrscheinlich, dass das an Ländereien reiche Kloster Breitenau das Dorlaer Steinkreuz an dem mittelalterlichen Fahrweg der späteren Frankfurter Straße, errichtet habe, um seinen Besitz anzuzeigen. Denn das Kloster kaufte das Dorf im Jahr 1397 für 800 Gulden.

Heinz Müller ist überzeugt, dass die beiden nur grob gestaltete Steinkreuze – das Steinkreuz bei Wellerode und das Steinbkreuz bei Dorla – Grenzsteine einer geistlichen Herrschaft im Mittelalter waren.

Quelle: HNA

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