Ursulinenschülerinnen: Erstmals Arbeitspraktika in Frankreich

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Fünf Ursulinenschülerinnen absolvierten ein vierwöchiges Praktikum in Frankreich: von links Pamina Klee, Hannah Baumert, Freia Hartenbach, Julia Splietorp und Ronja Weber.

Fritzlar. Es ist eine Premiere: Zum ersten Mal können Oberstufenschüler der Fritzlarer Ursulinenschule ein berufsorientiertes Praktikum in Frankreich absolvieren.

Eine kleine Gruppe Schüler fährt jeweils zwei Wochen vor den Schulferien in die Aquitaine, der hessische Partnerregion, zur "Maison Familiales Rurales" (MFR), einer französischen Bildungseinrichtung in Blaye bei Bordeaux, die eine duale Ausbildung anbietet.

Für zwei Wochen werden die Schüler vom Unterricht freigestellt, zusätzliche zwei Wochen Ferien bieten Zeit für das vierwöchige Praktikum. Die Praktika können in Bereichen wie Soziales, Tourismus und Hotellerie abgeleistet werden.

Kostengünstig untergebracht sind die Schüler während des Praktikums im Internat der MFR und an den Wochenenden in Gastfamilien.

Das Arbeiten in einer fremden Sprache sei eine echte Herausforderung gewesen, berichteten die ersten fünf Schülerinnen, die über Ostern ein Praktikum in Blaye absolviert haben. "Oh mein Gott, das verstehst Du nie", habe sie zu Anfang gedacht, erzählte Pamina Klee, Oberstufenschülerin an der Ursulinenschule in Fritzlar. Die Franzosen sprächen unglaublich schnell, da hätte man dann schon gucken müssen, dass man mit den Vokabeln hinterher käme.

In verschiedenen Betrieben zu arbeiten sei etwas völlig anderes, als an einem normalen Schüleraustausch teilzunehmen, sagt Schülerin Julia Splietorp, die in einer Kindertagesstätte und bei einer Ferienbetreuung für Kinder gearbeitet hatte. Man sei ja ganz auf sich allein gestellt gewesen, fügte Mitschülerin Freia Hartenbach hinzu. "Ein purer Überlebenskampf", meinte Klee.

Nach einigen Tagen hätten sie sich aber daran gewöhnt, die nötigen Vokabeln lernten sie im Alltag beim Arbeiten.

Auch das Internatsleben sei interessant gewesen. Französische Internatsschüler dürften tagsüber nicht in ihre Zimmer, der Tag sei strikt durchstrukturiert und ende mit einer Spielerunde nach dem Abendessen gegen 21 Uhr. Sie hätten sich alle sehr nett aufgenommen gefühlt, im Betrieb wie im Internat und in den Gastfamilien. Mitarbeiter, Lehrer und Schüler seien unglaublich nett gewesen, berichteten die Schülerinnen.

An sprachlichen Fähigkeiten haben sie dazugewonnen, stellten die Schülerinnen fest, und Angst zu sprechen hätten sie nun bestimmt nicht mehr. Außerdem hätten sie gelernt, sich anzupassen, mit Menschen umzugehen, selbstständiger und flexibler zu sein.

Wir möchten die Schüler auf den Weg schicken", sagte Lehrerin Birgit Anders, die den Kontakt mit der MFR in Blaye geknüpft hatte und die Praktika koordiniert. Mit dem Sprachunterricht lege die Schule den Grundstein für Kontakte mit den europäischen Nachbarn, den Rest müsse man aber im Land lernen. Mit dem Praktikum könnten Auslandserfahrungen mit ersten Einblicken in das Berufsleben sinnvoll verbunden werden.

Von Bettina Mangold

Quelle: HNA

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