Wolfhager Motorradfreunde waren die einzigen Altkreis-Teilnehmer in Korbach

Ventilatoren retteten den Hessentagsauftritt der Oldtimer-Fans

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Mit Ventilatoren rüstete der Wolfhager Wolfgang Pfister die alten Schätzchen auf, damit sie beim Umzug durchhalten.

Wolfhagen. Dass sich die Sonne zu diesem nicht alltäglichen Sonntagsausflug zunächst hinter dicken Wolken versteckt und die Temperaturen weit entfernt von tropischen Sonnengraden sind, stört Wolfgang Pfister nicht. Ganz im Gegenteil, hat ihn die Hitze der vergangenen Tage doch schon genug Nerven gekostet. Grund: Der 80-Jähriger Wolfhager ist als einziger Teilnehmer aus dem Altkreis beim großen Hessentags-Umzug dabei, und das mit einem alten Motorrad des DRK-Kassel-Wolfhagen aus dem Jahr 1967.

„Das Schätzchen wird ausschließlich durch Fahrtwind gekühlt, im Stop-and-go Betrieb während des Umzuges hätte es also durchaus zur Überhitzung kommen können“, sagt der Oldtimerfreund, der sich für seine große Ausfahrt in eine original Uniform aus längst vergangenen Zeiten gehüllt hat. Im kunterbunten Treiben plötzlich stehen zu bleiben und den Verlauf des Umzuges zu stören, das wäre für ihn keine Option gewesen, und so musste er sich im Vorfeld etwas einfallen lassen. Zwei kleine Zwölf-Volt-Ventilatoren sollten die Lösung sein, die er in stundenlanger Kleinarbeit an die Seitensturzbügel seines 18-PS-Schmuckstücks montiert hat. „Man glaubt gar nicht, was die für eine Power haben, den Fahrtwind ersetzen sie allemal und kühlen so den Motor.“

Mit den zwei Ventilatoren aber war es nicht getan, denn Pfister ist nicht allein von Wolfhagen aus in die Hessentagsstadt gerattert. Seine Oldtimerfreunde Josef Bacher und Gerhard Wiegand begleiten ihn, und auch deren Maschinen wollten mit den improvisierten Kühlern ausgestattet werden.

Startnummer 130

Es sind eine BMW R27 mit Baujahr 1967 und ein Retro-Nachbau von 1925 einer nicht mehr bekannten Motorradschmiede, die zusammen mit dem alten DRK-Flitzer ein imposantes Bild abgeben, als sie am Nachmittag unter der Startnummer 130 durch die Straßen der Hansestadt rollen, vorbei an zehntausenden Zuschauer, darunter Ministerpräsident Volker Bouffier. „Dem habe ich zugewunken“, sagt Pfister voller Freude, während er der BMW R27 zufriedene übers gelbfarbene Blech streichelt.

Pfister, der seit 1968 ehrenamtlicher Rotkreuzhelfer ist, hat das Krad aus den Sechzigern in mühevoller Eigenarbeit restauriert und wieder straßentauglich gemacht.

Die Maschine der ehemaligen Hilfszugzentralabteilung Wolfhagen wurde früher von Kradmeldern genutzt, um beispielsweise die Verbindung zwischen DRK-Einheiten und der Einsatzleitung zu halten, Nachrichten zu übermitteln oder kleinere Nachschubwaren zu liefern. Beim Hessentagsumzug tut sie in erster Linie eins: gut aussehen, sämtliche Blicke auf sich ziehen und am Ende auch im Stop-and-go-Betrieb schnurren wie ein Kätzchen. „Ich bin mehr als zufrieden“, sagt der Wolfhager mit Blick zum Himmel, wo sich nun sogar ein wenig die Sonne blicken lässt.

Quelle: HNA

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