Veränderte Bedingungen: Neue Zeiten für die Friedhöfe

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Für viele Menschen ein wichtiges Thema: Die Gestaltung der Gräber und die Bestattung von Angehörigen. In Wabern soll es neue Bestimmungen geben.

Wabern. Sowohl die rechtlichen Bestimmungen als auch die Wünsche und Ansprüche der Menschen haben sich in Sachen Friedhof und Grabkultur in den vergangenen Jahren stark gewandelt. Deshalb kümmert sich die Gemeindevertretung um eine neue Friedhofssatzung mit Gebührenordnung:

Ob Rasengrabstätten für Urnen- oder Erdbestattung auf allen Waberner Friedhöfen, ob Rechte von eingetragenen Lebenspartnern oder die gestiegenen Kosten für Beisetzungen, Pflege und Verwaltung: Sowohl die rechtlichen Bestimmungen als auch die Wünsche und Ansprüche der Menschen haben sich in Sachen Friedhof und Grabkultur in den vergangenen Jahren stark gewandelt.

In Wabern beschäftigt sich die Gemeindevertretung deshalb intensiv mit dem Thema und wird in den kommenden Wochen einen Entwurf für eine neue Friedhofssatzung mit Gebührenordnung diskutieren.

In der Parlamentssitzung am Montag beschlossen die Gemeindevertreter einstimmig, sich mit den Vorschlägen der Mustersatzungen in den Ausschüssen auseinanderzusetzen. Es sei notwendig, die derzeitigen Bestimmungen den Erfordernissen der heutigen Zeit anpassen zu lassen, heißt es in dem Beschlussvorschlag des Gemeindevorstandes, der die Satzungen lediglich als Diskussiongrundlage verstanden wissen will.

Ergänzt werden soll zum Beispiel, dass auch frühere Einwohner, die in einem Pflegeheim außerhalb der Gemeinde gestorben sind, auf Waberner Friedhöfen bestattet werden können. Auf Wunsch kann das auch für totgeborene Kinder gelten, die vor dem 6. Schwangerschaftsmonat zur Welt kamen.

Sensibilisierung

Das Thema der Herkunft der Granitplatten, aus denen die meisten Grabsteine hergestellt werden, sprach der SPD-Fraktionschef Georg Bauer an. Er verwies darauf, dass 50 bis 60 Prozent dieser Steine inzwischen aus indischen Steinbrüchen stammten, in denen vor allem Kinder arbeiteten.

„Es scheint mit nachdenkenswert, ob wir in unserer neuen Satzung zumindest darauf hinweisen sollten, um die Menschen für das Problem zu sensibilisieren“, sagte Bauer. Inzwischen gebe es bereits Lieferanten mit Zertifikat, die sie keine Kinderarbeit zuließen, sagte Bauer.

Von Ulrike Lange-Michael

Quelle: HNA

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