Veränderte Grabkultur bedroht Steinmetze

Steinmetz-Meisterin Heike Zorn aus Wabern kann sich über einen Rückgang der Aufträge für Grabsteine nicht beklagen. Foto: V. Fischer

Schwalm-Eder. Der Trend bei der Grabkultur geht immer mehr zu Urnen-, Rasen- und Waldbestattungen. Das betrifft auch die Steinmetz-Betriebe im Schwalm-Eder-Kreis, die seit einiger Zeit einen Auftragsrückgang für Grabmäler verzeichnen.

„Für Steinmetz-Betriebe ist es schwierig geworden. Erdbestattungen sind längst nicht mehr so gefragt. Die goldenen Zeiten der 80er Jahre scheinen vorbei zu sein“, erzählt Steinmetz-Meisterin Heike Zorn aus Wabern. Auch Uwe Kieling, Steinmetz-Meister aus Homberg, berichtet von Einnahmeeinbußen: „Seit vergangenem Jahr sind die Aufträge für Grabsteine bei uns um 30 Prozent zurückgegangen.“

Zum Glück sei sein Betrieb aber nicht nur auf dem Friedhof vertreten, sondern auch im Bauwesen tätig. Mit der Anfertigung von Marmorbädern, Bildhauerarbeiten und Sanierungen von Kirchen kann Kieling die Verluste im Bereich der Grabmäler noch auffangen. „Wir müssen uns nun so breit wie möglich aufstellen“, erklärt der Steinmetz.

Den Grund für weniger Erdbestattungen sieht Kieling unter anderem in der Kostenersparnis. Im Gegensatz zu den Liegeflächen auf kommunalen Friedhöfen koste die Miete für einen Urnenplatz oder eine Rasenfläche oft viel weniger. „Außerdem möchten viele ihren Angehörigen die Grabpflege nicht zumuten“, berichtet Zorn. Diese kann bei Erdbestattungen schon mal bis zu 30 Jahre währen. Häufig komme es aber auch vor, dass es überhaupt keine Verwandten oder Freunde mehr gebe oder diese nicht am Ort oder in der Nähe wohnen, um die Pflege des Grabs übernehmen zu können.

„Ein Vorsorgevertrag, wie ihn die Steinmetz-Innung Hessen-Nord anbietet, empfiehlt sich in solchen Fällen“, meint Markus Buchner, Steinmetz-Meister aus Fritzlar. Dieser regelt etwa die Erstellung und Pflege eines Grabs. Eine Treuhandstelle überwacht die Arbeiten.

Von Viktoria Fischer

Quelle: HNA

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