Evangelischer Kirchenkreis sucht nach Wegen, um neue Mitglieder zu gewinnen und alte zu halten

Die Veränderungen ernst nehmen

Dr. Gernot Gerlach

Wolfhager Land. Der Evangelische Kirchenkreis Wolfhagen setze sich aktiv mit den veränderten Bedingungen, die zum Mitgliederrückgang führen, auseinander und nehme sie sehr ernst. Das betonte Dekan Dr. Gernot Gerlach gegenüber unserer Zeitung.

Neben dem Rückgang, der dem demografischen Wandel geschuldet sei - mehr Sterbefälle, weniger Geburten/Taufen - sieht er einen weiteren wichtigen Grund für den Mitgliederschwund: Immer mehr Menschen verlassen aus beruflichen Gründen das Wolfhager Land und nehmen auch ihre Familien mit.

Ein Meilenstein, um der Entwicklung entgegenzuwirken, sei die gemeinsame Klärung des Leitbildes mit der Konzeption des Kirchenkreises und der 26 Kirchengemeinden gewesen. „Dafür war der öffentliche Zukunftskongress 2008 eine entscheidende Station. Hier wurden erste Schwerpunkte festgelegt.“

Die Menschen mitnehmen

„Die Menschen mitnehmen“ will der Kirchenkreis auch 2011 - unter anderem mit der Klangreise, die mit 30 Stationen die Vielfalt der kirchlichen musikalischen Arbeit mit über 1000 Musizierenden zeigt (wir berichteten).

Auch der Herausforderung der diakonisch-sozialpolitischen Aufgaben werde man sich aktiv stellen, so der Dekan. Beispielsweise mit dem Projekt „Mami, warum können wir das nicht bezahlen? - Überwindung von Kinderarmut in der Region“, die am Freitag, 11. Februar, 18 Uhr, im evangalischen Gemeindezentrum Wolfhagen gestartet und mit dem Diakonieforum 2011 gemeinsam mit dem Kirchenkreis Hofgeismar und dem Diakonischen Werk Hofgeismar-Wolfhagen am 11. März in Hofgeismar fortgesetzt wird.

Interessierte, Fragende und Suchende ansprechen will der Kirchenkreis mit einem Glaubens- und Taufkurs, der unter dem Motto „Ein erfülltes Leben“ am 25. Februar mit sieben Abendseminaren beginnt.

Mit Jugendprojekten, den Angeboten von Passions- und Adventsoasen in der Filchner-Schule, dem Freaky Friday (12. August im Wolfhager Freibad), einem Fußball-Sommercamp und der „Churchnight“ (29.Oktober in Altenstädt) beschreite man auch in der Jugendarbeit neue und moderne Wege. Verstärkt werden soll nach Angaben des Dekans auch die ökumenische Zusammenarbeit.

Man nehme die „Bedingungen von Veränderungen konstruktiv auf“, betont Dr. Gerlach, und sei offen für Anregungen und Verbesserungsvorschläge. „Zu unserem Weg gehören Rastplätze des gelebten Glaubens ebenso wie der Austausch, eine Streitkultur und Gemeinschaft.“ Archivfoto: Hofmeister

Von Cornelia Lehmann

Quelle: HNA

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