Es geht ums Sorgenkind

Veranstaltung zur Zukunft der Homberger Innenstadt

Vieles liegt im Nebel: Liest man die Einladung der Stadt Homberg zur Auftaktveranstaltung am Donnerstag, fühlt man sich wenig angesprochen. Foto: Jörg Zank

Homberg. Es geht wieder um das Sorgenkind: die Homberger Innenstadt. Viele Versuche, sie wieder mit mehr Leben zu erfüllen, hat es bereits gegeben - nun ein neuer Anlauf. Für Donnerstag, 13. März, hat die Stadt eine Auftaktveranstaltung angekündigt und dazu auch jede Menge Experten in die Stadthalle eingeladen.

Doch die Einladung zu der Veranstaltung ist eher irritierend, vieles bleibt unklar im bürokratischen Vokabular. Um„qualifizierte Öffentlichkeitsarbeit“ soll es sich handeln, und von „Innenstadtvitalisierung“ ist die Rede. Konkret geht es darum, dass den Hombergern wieder einmal die Chance eingeräumt werden soll, an der Entwicklung ihrer Innenstadt mitzuarbeiten. Ihre Kritik und ihre Ideen sind an diesem Abend ausdrücklich erwünscht.

Die Förderung durch das Programm Stadtumbau West läuft in diesem Jahr aus. Deshalb drängt die Zeit.

Immer weniger Menschen leben in der Homberger Innenstadt, und immer weniger Geschäfte gibt es dort. Dieses Problem hat man erkannt. Daher haben die Stadtverordneten im Dezember den Beschluss gefasst, dass die Stadtverwaltung für eine „qualifizierte Öffentlichkeitsarbeit“ sorgen soll.

Ein Leistungskatalog soll erarbeitet werden, in dem die Forderungen und Wünsche der Homberger für ihre Innenstadt zusammengetragen werden. Dabei kann es um die Verkehrsregelung, um Leerstand, Wohnen in der Innenstadt, den Erhalt von alten Gebäuden, den demografischen Wandel und vieles mehr gehen. Was davon dann tatsächlich umgesetzt werden wird, entscheiden die Stadtverordneten.

Viele Experten zu Gast

Auf Fragen aus dem Publikum soll es am Donnerstag Antworten von den Experten geben. Unter ihnen sind Stadtplaner, Historiker, Denkmalschützer, Projektentwickler, ein Sprecher des Einzelhandelsverbands und mehr. Es handelt sich um eine Veranstaltung, wie sie von vielen Hombergern immer wieder gefordert wurde, zumal die Informationspolitik der Stadt und speziell die von Bürgermeister Martin Wagner oft kritisiert wurde.

Solche Veranstaltungen sind nicht neu für die Homberger. Es gab bereits etliche, ähnlich gelagerte Versuche. Die Ergebnisse waren überwiegend ernüchternd. Es gelang nicht, den Schwung und die positive Stimmung daraus mitzunehmen. Klar ist deshalb, dass eine Veranstaltung allein nicht ausreichen wird, um das verlorene Vertrauen zurückzugewinnen.

Somit ist diese Veranstaltung und vor allem das, was von ihr ausgeht auch ein Gradmesser dafür, ob die Stadtverwaltung und das Parlament aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt haben.

Bürgermeister Wagner wird von der Umsetzung nicht mehr betroffen sein, er wird bei der Bürgermeisterwahl am Sonntag, 25. Mai, nicht mehr antreten. Für den neuen Bürgermeister - es gibt fünf Kandidaten - könnte das Ergebnis aber die Basis für seine Arbeit in Homberg sein.

Einladung zur Auftaktveranstaltung

Die Veranstaltung mit dem Ziel, die Homberger Innenstadt zu beleben, findet statt am Donnerstag, 13. März, ab 19 Uhr in der Stadthalle statt.

Gäste sind: Prof. Dr. Ulrich Großmann, Direktor des germanischen Museums in Nürnberg; Prof. Alexander Eichenlaub, Uni Kassel und Mitglied des Hess. Denkmalbeirates; Dieter Hennicken, Uni Kassel, Stadtplaner; Martin Schüller, Einzelhandelsverband Kassel; Dr. Helga Jäger, Hess. Ministerium, Städtebauförderung; Dr. Uwe Ferber, Architekt, Doreen Graumann, Architektin der Fachwerktriennale; Joachim Kothe, Hess. Landgesellschaft. Es moderiert Bürgermeister Martin Wagner.

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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