Polizei nutzt Facebook - auch Gefahr von Hetze im Internet

Schwalm-Eder. Ein Kind wird ermordet, und nicht nur die Polizei ermittelt. Auch im Internet läuft die Fahndung - in sozialen Netzwerken wie Facebook. Denn die Internetgemeinde macht sich auf die Suche nach dem vermeintliche Täter.

So geschehen im Fall der kleinen Lena aus Emden. Einen solchen Fall hat es im Schwalm-Eder-Kreis noch nicht gegeben, doch ist im Landkreis die Zahl der Beleidigungen über das Internet gestiegen, sagt Reinhard Giesa von der Polizeidirektion.

„Es gibt eine hohe Dunkelziffer“, erklärt Giesa. Denn vor allem junge Leute nähmen im Internet vieles hin. Im vergangenen Jahr wurden 23 Internet-Beleidigungen angezeigt. 2010 waren es noch 18. Auch die Zahl der Nachstellungen (Stalking) über das Internet sei gestiegen. 2011 wurden sieben solcher Fälle registriert. 2010 waren es drei.

Doch nicht nur Menschen mit einem fragwürdigen Rechtsverständnis nutzen soziale Netzwerke für ihre Zwecke, auch die Polizei setzt auf das Internet zur Aufklärung von Verbrechen. „Wir haben das Internet in Einzelfällen schon dafür genutzt, und es hat uns auch in einem Mordfall geholfen“, sagt Giesa. Die künftige Nutzung von Facebook für die Verbrecherjagd könne er sich vorstellen. Denn dadurch spreche man viel mehr Personen und bestimmte Zielgruppen ganz gezielt an. Es gelte jedoch dabei, auf viele Dinge zu achten. „Man muss sicherstellen, dass Hinweise so zu uns gelangen, dass der Datenschutz gewährleistet ist“, nennt er ein Beispiel.

Dass soziale Netzwerke eine Hilfe bei den Ermittlungen sein können, sieht man auch beim Landeskriminalamt in Wiesbaden so: So habe die Ermittlung über soziale Netzwerke die Frankfurter Polizei in zwei Fällen zum Erfolg geführt. Bei einer Körperverletzung in einer Diskothek und bei einer Fahndung mit einem Phantombild. Wichtig sei aber zwingend ein sensibler Umgang, damit es nicht zu Hetzjagden oder Vorverurteilungen kommt.

Quelle: HNA

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