Melsunger gehört zum Team

Verein für Amputiertenfußball trainierte im Waldstadion

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Haben große Pläne: Die Spieler des 1.Amputierten Fußball Clubs (AFC) trainierten in Melsungen. Im November wollen sie bei der WM in Mexiko antreten. Mit dabei auch Lars Wurst (dritter von rechts) aus Melsungen.

Melsungen. Sie trainieren wie andere Fußballmannschaften auch. Die Regeln beim Spiel sind die selben; etwas ist allerdings anders: Die Spieler kicken mit nur einem Bein.

Einmal im Monat veranstaltet der "1. Amputierten Fußball Club" (AFC) einen Trainingslehrgang. Am Wochenende trafen sich 16 Sportler darunter auch drei Frauen aus ganz Deutschland im Melsunger Waldstadion. Andreas Heimbuch, sonst der Physiotherapeut der Mannschaft, brachte die Sportler im Training ganz schön aus der Puste.

Lothar Schacke, Erwin Arnold und Frank Niechiol haben den Verein nach britischem Vorbild ins Leben gerufen und die ersten Spieler angeworben. Mit fünf Mann fand 2008 das erste Training in Stuttgart statt. Mittlerweile besteht das Team aus 25 aktiven Spielern.

"Manche Spieler sind schon von Anfang an dabei", sagte Lars Wurst. Der 37-Jährige Spieler wohnt in Melsungen und hat das Training am Wochenende mitorganisiert. Zwischen 19 und 61 Jahre sind die Spieler alt, die sich so manch hartes Spiel lieferten.

"Oft geht es hier genauso hoch her, wie beim Spiel mit zwei Beinen", erklärte Lars Wurst. "Vielleicht manchmal mit etwas mehr schwarzem Humor", ergänzt Karlianny Maas.

Bei einem Spiel stehen dann insgesamt sechs Feldspieler und ein Torwart mit nur einem Arm auf dem 60 mal 30 Meter großen Spielfeld und spielen zwei mal 20 Minuten. Während sich der Sport in anderen europäischen Ländern, wie Polen, Italien, Frankreich und Belgien bereits etabliert hat, ist er in Deutschland zum größten Teil noch unbekannt. "Das Ziel ist es, in ganz Deutschland lokale Teams aufzubauen und vor Ort Spieler zu gewinnen", sagt Lothar Schacke.

Im November zur WM

Auch am Wochenende waren drei Neulinge dabei. Unter ihnen Sladana Rankovic aus Vollmarshausen. Ein Freund ist bereits seit mehreren Jahren dabei und hat ihr schon vor längerer Zeit von dem Verein erzählt. Jetzt war sie neugierig und zum ersten Mal mit dabei. "Es ist ganz schön anstrengen", sagte die junge Frau, der das linke Bein fehlt. Im Alltag läuft sie mit einer Prothese und ist daher die anstrengenden Bewegungen mit den Krücken nicht gewohnt. Aber auch wenn sie noch nicht so schnell unterwegs ist, wie andere Spieler, trifft sie den Ball mit dem rechten Bein schon ziemlich gut.

Sportlich hat der Club in diesem Jahr noch eine Menge vor. Im November wollen die Fußballerinnen und Fußballer nach Mexiko zur WM. Die Mannschaft und der Trainer würden bereits feststehen und sich schon auf das große Spiel vorbereiten, so Lars Wurst. Der Verein hofft nun, dass sich noch Sponsoren finden werden. Ende April geht es aber erst einmal zum Freundschaftsspiel nach Belgien und im Juni zum Turnier nach Italien.

Informationen:www.amputierten-fussball.de

Von Christl Eberlein

Quelle: HNA

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