Verein Hessencourrier fehlen rund 25.000 Euro im Jahr

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Unterwegs: Unter anderem für die Instandhaltung der Strecke des Hessencourriers braucht der Verein mehr Geld.

Naumburg. Der Verein Hessencourrier braucht Geld. Etwa 40.000 Euro bekommt der Verein jedes Jahr von Anliegergemeinden, dem Landkreis Kassel und durch eigene Einnahmen.

20.000 Euro gibt es außerdem von der Hessischen Landesbahn (HLB), um die Strecke des Museumszugs in Schuss zu halten. „Wir müssten jährlich aber gut 25.000 Euro mehr haben", sagt Vorsitzender Jens Karasek.Der Knackpunkt sind vor allem die Schwellen auf der gut 23 Kilometer langen Strecke zwischen Kassel und Naumburg. Rund 30.000 Schwellen liegen dort und die müssten alle 30 Jahre ausgewechselt werden, sagt Karasek. „Aber teilweise haben wir jetzt schon eine Liegedauer von über 40 Jahren.“

Jens Karasek

Die Mitglieder wechseln die Schwellen mittlerweile selbst aus - und kommen dabei an körperliche Grenzen, sagt Karasek. Mit acht Leuten seien etwa 25 bis 30 Stück am Tag zu schaffen. „Wir können es uns schon seit zehn Jahren nicht mehr leisten, diese Aufgabe extern zu vergeben“, so der Vorsitzende. „Dabei müsste die Strecke mal grundsaniert werden. Das geschah zuletzt 1986/87.“

Verkürzte Strecke?

100 D-Mark habe eine Schwelle früher einmal gekostet, heute seien es dagegen 120 Euro. Die Summe, die der Verein bekommt, habe sich aber seit 1992 nicht geändert, kritisiert Jens Karasek. Damals war zwischen den Kommunen Bad Emstal, Schauenburg, Baunatal und Naumburg sowie zwischen dem Landkreis Kassel und dem Land Hessen eine jährliche finanzielle Unterstützung vereinbart worden.

Die Wartung und Instandhaltung der Fahrzeuge wird durch die Fahrkartenpreise finanziert, ebenso die Kohle, die jetzt teurer geworden sei. Daher wurde der Ticketpreis zur neuen Saison um einen Euro erhöht. „Drei Jahre lang hat die Fahrt 17 Euro gekostet, jetzt sind es 18 Euro.“ Teurer wolle man aber nicht werden, sagt Karasek. Schließlich soll eine Bahnfahrt im Museumszug für Familien weiterhin erschwinglich sein.

Sollte die finanzielle Grundausstattung allerdings nicht erhöht werden, „wird es mittelfristig schwierig“. „Es gibt keine Betriebsgefährdung, aber der Verfall fängt ganz langsam an.“ Vielleicht müsse sogar darüber nachgedacht werden, ob der Zug überhaupt noch bis nach Naumburg fahren könne, oder nur einen Teil der Strecke zurücklege, sagt der Vereinsvorsitzende.

Doch es gibt auch Positives zu berichten: „Wir sehen mit großer Freude, dass wir keine Werbung mehr machen müssen.“ Der Hessencourrier habe sich längst einen Namen gemacht, und das auch im europäischen Ausland. Viele Holländer und Engländer seien Fahrgäste. Insgesamt fuhren im vergangenen Jahr 4800 Menschen mit der Bahn. Außerdem steige die Zahl der sogenannten Fotofahrten, bei denen immer wieder gestoppt wird, damit die Gäste Bilder des Zugs auf der Strecke machen können.

Den aktuellen Fahrplan des Museumszugs gibt es auf www.hessencourrier.de

Quelle: HNA

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