Schlägerei im Hof und Erinnerungslücken

Treysa. Gefährliche Körperverletzung lautete die Anklage gegen zwei junge Männer, die sich vor dem Strafrichter am Amtsgericht in Treysa verantworten mussten.

Den 28 und 30 Jahre alten Angeklagten wurde zur Last gelegt, im vergangenen November in Schwalmstadt auf einen Mann eingetreten zu haben.

Der 30-Jährige sagte aus, er habe den Mann, den er aus der Nachbarschaft kenne, spät abends rumbrüllend angetroffen und ihn aufgefordert, leise zu sein. Der habe ihn dann in einer dunklen Hofecke angegriffen, woraufhin er zu Boden gegangen sei. Er habe sich wieder aufgerappelt und zurückgeschubst. Dabei sei der andere auch zu Boden gegangen. Der 28-Jährige sei bei dem Vorfall nicht dabei gewesen, so der 30-jährige Angeklagte.

Die Frau des Zeugen sei hinzugekommen, berichtete er weiter. Offenbar war sie dagegen, dass ihr Mann abends nach draußen geht, er habe den Betrunkenen dann in seine Wohnung getragen und mehrmals die Polizei verständigt, weil es Geschrei in der Wohnung des Zeugen gegeben habe.

Der 32-Jährige sagte vor Gericht aus, es sei zu einem Wortgefecht und einer Schubserei zwischen ihm und dem 30-Jährigen gekommen. Grund seien Beschuldigungen gewesen, er würde seine Frau schlagen und seine Kinder missbrauchen.

Bei der Auseinandersetzung habe er sich das Sprungelenk gebrochen. Wie genau es zur Verletzung gekommen war, konnte der Zeuge nicht sagen. Der 30-Jährige müsse ihn wohl getreten haben, vermutete er.

Auch was die Anwesenheit des zweiten Angeklagten während des Vorfalls betraf, war sich der Zeuge unsicher. Gegenüber seiner Polizeiaussage verstrickte er sich vor Gericht in Widersprüche und berief sich immer wieder auf den Bericht seiner Frau.

Auf Nachfragen gab der 32-Jährige zu, drei bis vier Flaschen Bockbier getrunken und vor dem Haus eines Nachbarn längere Zeit laut gerufen zu haben, um diesen zum Öffnen der Tür zu bewegen, was jedoch nicht geschah. Anlass sei ein kaputter Laptop gewesen.

Dass der 30-Jährige ihn in seine Wohnung getragen hatte, daran erinnerte sich der Zeuge.

Für den 28-Jährigen endete die Verhandlung mit Freispruch. Ihm konnte eine Beteiligung an den Geschehnissen nicht nachgewiesen werden. Eingestellt wurde das Verfahren gegen den 30-jährigen Angeklagten.

Von Kerstin Heist

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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