40 Interessierte erlebten spannende Führung durch die Geschichte Naumburgs

Zu Fuß in die Vergangenheit

Interessiertes Publikum: Uwe Bächt führte als Conradt Schlutz die Teilnehmer der zweistündigen Tour durch die Naumburger Altstadt. Foto:  nh

Naumburg. Eine Reise in die Naumburger Vergangenheit unternahmen gut 40 geschichtlich Interessierte zusammen mit Burgmännern, Rittern und anderen historisch verbürgten Personen am Sonntagabend.

Uwe Bächt empfing die Gäste in historischem Kostüm als Conradt Schlutz vor seinem Haus in der Unetern Straße. Das wuchtige Fachwerkgebäude war eines der ersten, das nach dem großen Stadtbrand von 1684 wieder aufgebaut wurde. Schon nach elf Wochen hatte man damals das Richtfest gefeiert, erzählte die Conradt Schlutz, der als Stdatschreiber mit vielen wichtigen Leuten in Kontakt stand.

Und von den historischen Naumburger Promis kamen während der Zeitreise einige zu Wort. Am ehemaligen Renthof gegenüber der katholischen Stadtpfarrkirche traf die Gruppe auf Friedrich von Hertinghausen, dem Amtmann des Mainzer Erzbischofs, der seinen Sitz auf der Naumburg hatte. Hertinghausen, gespielt von Malte Lange, beklagte sich bitterlich über seinen Schwager, Ritter Reinhard von Dalwigk (Ralf Stephan) und lieferte sich mit ihm ein heftiges Streitgespräch.

Gräfin Barbara von Waldeck (Astrid Stephan) bereichtete, wie Naumburg 1544 an die Grafen von Waldeck verpfändet und damit auch evangelisch wurde. Damals wurde der Friedhof vor die Tore der Stadt verlegt und ein neues Friedhofsportal geschaffen, das fünf verschiedene Wappen ziert.

Vom Friedhof zog man zum Kloster, zur Stadtpfarrkirche, gönnte sich auf dem Marktplatz eine leckere Vesper, ehe es durch den Roten Rain und vorbei am einzigen Haus, das den Stadtbrand überstand, durchs Immenhäuser Tor zum Ausgangspunkt am Haus Schlutz ging, dem heutigen Café Bächt.

Gut zwei Stunden dauerte die spannende Zeitreise, für die Vera Schultes das Drehbuch schrieb. Und die Tour wird wohl wiederholt werden, sagte Claudia Thöne vom Tourismus-Büro der Stadt. Die begeisterten Teilnehmer, darunter viele Naumburger, die ganz neue Facetten ihrer Heimatstadt entdeckten, hätten die Organisatoren und die Darsteller dazu ermutigt.

Von Norbert Müller

Quelle: HNA

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