Opfer brach in Tränen aus

Vergewaltigung, Geiselnahme und Körperverletzung: 42-Jähriger vor Gericht

Vergewaltigung, Geiselnahme, Bedrohung und gefährliche Körperverletzung wirft die Staatsanwaltschaft einem Mann aus dem Schwalm-Eder-Kreis vor, der sich vor dem Landgericht Kassel verantworten muss.

Gegen den 42-Jährigen war am 29. September 2016 Haftbefehl erlassen worden. Zwei Tage vorher soll er drei Straftaten begangen haben, davon zwei Vergewaltigungen. Das mutmaßliche Opfer ist eine 35-Jährige, mit der er seit 1998 zusammen lebt und seit 2009 verheiratet ist – jetzt läuft das Scheidungsverfahren. Sie haben zwei Töchter im Alter von 18 und zehn Jahren.

Die Befragung der Frau dauerte am Freitag mehr als drei Stunden. Sie brach mehrfach in Tränen aus. Bis in die letzten Details schilderte die Nebenklägerin, wie sie von dem 42-Jährigen zum Oralverkehr gezwungen und vergewaltigt worden sei, wie sie mit dem Messer bedroht, geschlagen und von ihrem Mann im verriegelten Auto und festgeschnallt in den Wald gefahren worden sei, wo er sich an ihr vergangen habe.

Tochter mit einer Art Peitsche geschlagen

„Die Ehe war immer schwierig“, sagte die Frau. Ihr Mann, den sie ständig als „der Herr T...“ bezeichnet, habe sie betrogen. Man habe viel gestritten. Die Tochter habe er mit einer Art Peitsche geschlagen, weil sie mit 17 einen Freund hatte.

An der Arbeit habe sie ihren jetzigen Partner (49) kennengelernt. Beide sprachen auf Nachfrage von Richter Stanoschek von einer Liebesbeziehung. Der Beschuldigte, so die Noch-Ehefrau, habe dem Freund vorschreiben wollen, dass dieser nach 22 Uhr nichts mehr in der Wohnung der Ehefrau zu suchen habe. Sie sei als Schlampe und Hure beschimpft worden.

Als sie dann mit dem Messer bedroht worden sei, habe der 42-Jährige gesagt, „wie es denn wäre, wenn er sie und den Freund abstechen würde“. In der Anklageschrift steht, er werde die Frau auseinandernehmen, wenn sie nicht tue, was er wolle, er werde sie kaputtmachen. Die Frau sagte vor Gericht, ihr Mann habe erklärt, sie habe nach seiner Pfeife zu tanzen, bis er sich eine neue Frau aus Bosnien geholt habe.

Während der Straftaten habe sie mit dem Schlimmsten gerechnet, sagte die Frau. Der Mann habe vorher gedroht, er werde sie an den Baum fesseln und ihr alle Knochen brechen. Auch habe er gedroht, ihr eine Flasche in den Unterleib zu schieben.

Ihrem neuen Freund habe sie aus Angst darüber, dieser werde sie verlassen, nicht alle Details erzählt. Der neue Partner berichtete, er werde sich von seiner Frau scheiden lassen.

Die zehnjährige Tochter sprach von einem guten Verhältnis zum Vater. Vom Streit habe sie nichts gewusst. Unter Tränen umarmten sich Vater und Tochter im Gerichtssaal. Eine andere Tochter soll später gehört werden.

Fortsetzung: 15. Mai, 13 Uhr, 19. Mai, 9 Uhr, 30. Mai und 13. Juni jeweils 12 Uhr.

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © dpa

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