Barrierefreier Bahnhof: Deutsche Bahn AG stellt Gleisumbau bis 2014 in Aussicht

+
Stufen, Sperren, Verbotsschilder: So präsentiert sich der Treysaer Bahnhof. Zum Beispiel behinderte Menschen und Eltern mit Kinderwagen stehen vor unüberwindlichen Hürden.

Treysa. Erfolg für das Aktionsbündnis „Zum Zuge kommen“: Die Bahn hat zugesagt, den Umbau von Gleis 2 in Treysa vorzuziehen. Mit der Umgestaltung des Hauptbahnsteigs in Richtung Norden geht die Deutsche Bahn AG auf die Forderungen des Schwalmstädter Aktionsbündnisses ein.

Entgegen früherer Pläne soll Gleis 2 nun bereits bis 2014 barrierefrei ausgebaut werden. Ursprünglich war dies bis 2018 in Aussicht gestellt worden.

Setzen sich gemeinsam für einen barrierefreien Bahnhof Treysa ein: (von links) Wilfried Hoos, Vize-Geschäftsbereichsleiter Hephata-Behindertenhilfe, Hephata-Direktorin Barbara Eschen, Gerold Stiebeling für die Handels- und Gewerbevereinigung Treysa und Bürgermeister Wilhelm Kröll.

Über den neuen Stand der Verhandlungen berichtete das Aktionsbündnis im Rathaus Treysa. Die Stadt sei seit langem bemüht, den seit nunmehr 101 Jahren bestehenden Bahnhof barrierefrei umzubauen, sagte Bürgermeister Wilhelm Kröll, selbst Mitglied des Aktionsbündnisses. Die Bahn habe sich in der Vergangenheit in Zurückhaltung geübt. „Wir sind nunmehr in der glücklichen Lage, dass der neue ICX (neue Fernverkehrszüge ab 2016, Anmerkung der Redaktion) am Gleis 2 halten soll. Deshalb gibt es eine neue Zeitplanung“, erläuterte Kröll.

Noch befindet sich das Projekt in der Vorbereitungsphase. Umbaukonzept und Kosten stehen noch nicht fest. „Die Kommune kann nicht willkürlich planen. Sie benötigt die Zustimmung der Bahn“, sagte Kröll. Diese zeigt sich verhandlungsbereit und hat schon ein Ingenieurbüro beauftragt. Für den 29. März ist ein Treffen mit Vertretern der Bahn AG in Frankfurt angesetzt.

Die Voraussetzung für den Umbau ab 2012 ist die Unterzeichnung der Planungsvereinbarung zwischen der Bahn AG und Schwalmstadt, die an den Umbaukosten erheblich beteiligt sein wird.

Aus Sicht des Aktionsbündnisses stellt der Umbau von Gleis 2 einen ersten Schritt in Richtung Barrierefreiheit dar. An der großen Lösung bis 2018 wird festgehalten. Die innerstädtische Umgestaltung (Wieragrund) mache im Hinblick auf ein barrierefreies Umfeld die Planung der Neugestaltung des gesamten Bahnhofgeländes sinnvoll. Auch der demografische Wandel sei zu beachten, sagte Hoos. Der öffentliche Personenverkehr mit Bus- und Bahnanbindungen solle insgesamt gestärkt werden.

Weiteren Handlungsbedarf sieht das Aktionsbündnis im Strukturproblem der Verkehrsverbünde. Im Schnittpunkt von RMV und NVV gelegen gibt es für Treysa bisher keinen Übergangstarif zwischen beiden Verbünden.

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare