B 254 bei Trauerzügen gesperrt

Mit Geduld am Ende: Verkehr belastet Unshäuser

+
Ein seltener Moment: Die B 254 in Unshausen ohne Auto- und Lkw-Verkehr. Tausende Fahrzeuge passieren täglich den Ort, gerade auch, wenn die A 7 wegen eines Unfalls gesperrt wird. Eine schon lange geplante Überquerung für Fußgänger und Radfahrer mit Mittelinsel im Bereich der „50“ lässt ebenso auf sich warten wie andere Versprechen seit den 1960er-Jahren, sagt Ortsvorsteher Corpataux.

Unshausen. Wenn in Unshausen ein Mensch beerdigt wird, sperrt das Ordnungsamt mit zwei Fahrzeugen sperren die B 254, damit der Trauerzug in Würde von der Kirche zum Friedhof gehen kann. Das wirft ein Schlaglicht auf die Lage in dem Waberner Ortsteil.

Denn dieser leidet seit Jahrzehnten unter dem Verkehr, der mitten durch das Dorf brettert, Tag und Nacht. Schlimmer noch wird es, wenn der Umleitungsverkehr von der A 7 hinzu kommt, was dieser Tage häufig der Fall ist wegen der zahlreichen Unfälle im Baustellenbereich der Autobahn.

Ortsvorsteher Dieter Corpataux, der auch SPD-Gemeindevertreter in Wabern ist, will sich mit der Situation nicht länger abfinden. „Die Lage wird immer schlechter für die Unshäuser“, sagt er. Für die benachbarten Hebeler natürlich auch. Deshalb hat er jetzt an alle Abgeordneten einen langen Brief geschrieben und die verzweifelte Situation geschildert. „Aber wollen die uns helfen? Können die das?“, fragt er. „Es wären vielleicht drastischere Aktionen erforderlich, um auf unsere Not aufmerksam zu machen“, meint Corpataux.

Vielleicht sollten die Unshäuser die Straße absperren, mit Treckern langsam auf und ab fahren, um mehr Aufmerksamkeit zu erlangen. Dass sich die zuständigen Behörden nicht um die etwa 1000 Menschen in Unshausen und Hebel kümmern, ärgert Corpataux besonders. Die Verkehrsbelastung gehe voll auf deren Kosten, wenn

• die Umleitungsstrecke von der A 7 weiter über die B 254/253 laufe,

• die Verbotsschilder für Lkw über 12 Tonnen einfach verschwänden,

• Anträge auf eine 30-km/h-Beschränkung in den Orten nie ernst genommen würden und

• die Überquerungshilfe mit Mittelinsel in der Ortseinfahrt von Wabern her nicht gebaut werde.

Schon vor acht Jahren habe man diese Mittelinsel beantragt, sie sei inzwischen sogar behördlich genehmigt. Trotzdem tue sich nichts. Auch eine Umweltverträglichkeits-Studie für eine Umgehungsstraße durch die Schwalm-Efze-Auen sei für viel Geld angefertigt worden und liege jetzt in irgendwelchen Schubladen – getan habe sich nichts. „Wer war zuerst da? Die Menschen, die Häuser, die Straßen. Dann kamen die Autos, später die Lkw“, schreibt Dieter Corpataux. Man habe ganze Bauernhöfe abgerissen, um Platz zu machen für den Verkehr. Aber eine Entlastung der Bewohner mit einer Umgehungsstraße? Fehlanzeige!

Wer solle helfen, wenn nicht die Politiker, die von den Menschen gewählt wurden, fragt sich der Ortsvorsteher. Aber vor einer Wahl werde viel versprochen, was man nach der Wahl nicht halten werde, so seine Erfahrung: „Wir haben nur 600 Wählerstimmen in Hebel/Unshausen, die sind wahrscheinlich irrelevant.“ (ula)

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare