Verlag versucht teure Anzeigen zu verkaufen

Abzocke: Dubiose Anfragen an Melsunger Unternehmer

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Betrug per Fax: Betroffene sollten keinesfalls leichtfertig irgendwelche Unterschriften leisten.  

Ein Verlag versucht derzeit Unternehmer in der Region mit einer Werbeveröffentlichung abzuzocken. Seit August haben das drei Verlage in der Region versucht.

Ein Melsunger Unternehmerpaar erhielt zuletzt mehrfach Anrufe mit unterdrückter Nummer. Eine Dame bat dort um Rücksendung eines Faxes mit Unterschrift, um eine Anzeige zu stornieren.

Das Fax liegt dem Unternehmerpaar vor. Absender ist eine Firma Print-media Koncept mit Sitz in Pilsen in Tschechien. Auf dem Fax ist eine Anzeigenkopie aus einem anderen Druckerzeugnis enthalten. Die herauskopierte reelle Anzeige sollte wohl die Rechtmäßigkeit der Anfrage und der Vertragsklauseln vortäuschen, vermutet die Unternehmerin.

Die Anzeige hatte das Paar tatsächlich geschaltet – vor vier Jahren auf einem Stadtplan des seriösen „Städte-Verlags Wagner & J. Mitterhuber GmbH“ aus Fellbach.

„Im letzten Telefonat fragte die Dame von Print-media Koncept, warum ich noch nicht zurück gefaxt hätte. Als ich ihr sagte, dass ich das auch nicht werde, sagte sie, dass sie es dann auch nicht ändern könne und der Vertrag eben weiterlaufe“, berichtet die Unternehmerin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Die Dame beschwerte sich noch, dass man sie des Betruges bezichtigen würden und legte auf.

Das Fax liegt der HNA vor, dort steht nichts von einer Stornierung. Mit einer Unterschrift würde man stattdessen einer Anzeigenveröffentlichung in einem Bürgerinformationsfolder zustimmen. Verteilt werden angeblich mindestens 500 Exemplare in einer bestimmten Region. Der Folder erscheint zweimal im Jahr. Der Vertrag wird für zwei Jahre geschlossen. Also vier Anzeigenveröffentlichungen zu je 398 Euro. Gesamtpreis: knapp 1600 Euro.

Der HNA liegt noch ein zweites Fax desselben Verlags vor. Mit diesem wurde versucht, ein Mörscher Unternehmer zu einer Unterschrift zu bewegen. Auch der Mörscher schickte das Fax nicht zurück.

Im Kleingedruckten auf dem Fax heißt es: Es handelt sich um einen Neuauftrag, der mit anderen Aufträgen bei uns oder anderen Firmen nicht in Verbindung steht.

Die Versuche der HNA, das Unternehmen in Tschechien zu erreichen, scheiterten allesamt. Die Telefonnummer auf dem Fax läuft ins Leere.

„Bei uns gibt es immer eine persönliche Beratung. Jeder Kunde unterschreibt außerdem nur für eine Ausgabe“, sagt Holger Knörr, vom Städte-Verlag und zuständig für die Betreuung der Städte und Kommunen. Es gebe kein Folgegeschäft. „Wir legen großen Wert darauf, dass wir partnerschaftlich mit den Städten zusammenarbeiten. Wir bitten in diesem Zusammenhang um ein Empfehlungsschreiben der Stadt. So sehen die Werbetreibenden, die wir ansprechen, dass wir offiziell unterwegs sind“, sagt Knörr abschließend.

Quelle: HNA

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