Konrad Hecker schwärmt für alte Motorräder

Naumburg/Zierenberg. Hecker steht nicht nur in seinem Personalausweis, sondern auch in großen Lettern auf seiner Baseballkappe. Damit aber nicht genug, hat sich Konrad Hecker auch noch ein Hobby gesucht, das sich um die ihn so vertrauten sechs Buchstaben dreht: eine besondere Sorte Motorräder.

Die trägt den gleichen Namen wie er, stammt aus der alten Nürnberger Manufaktur von Hans Hecker und hat vor über 20 Jahren die Leidenschaft des Zierenbergers für die seltenen Oldtimer geweckt. „Zwar bin ich kein Nachkomme der fränkischen Motorradfabrikanten, die Namensgleichheit hat mich aber doch gereizt.“

Neugier geweckt

Eine Oldtimerzeitschrift hatte einst seine Neugierde geweckt. Schnell war klar: „So eine muss ich auch haben.“ Hecker machte sich auf die Suche und wurde fündig. In Oberursel erstand er eine alte K 250 Z, die in desolatem Zustand jahrelang in der dunklen Ecke einer Werkstatt ihr trauriges Dasein fristete.

„Der Reiz war enorm, die alte Maschine wieder zum Leben zu erwecken“, erinnert sich Hecker, der es ohne Restaurierungserfahrung schaffte, das alte Schmuckstück wieder fit zu machen. Dabei stieß er nicht selten an seine Grenzen, wenn etwa die Suche nach Ersatzteilen nur für Schulterzucken in den Werkstätten sorgte oder hilfreiche Unterlagen fehlten. Hartnäckig blieb er im Ball, bis der Namensvetter nach ausdauernden Feierabend-Basteleien wieder fahrtauglich war.

Jetzt wollte er mehr wissen über die Arbeit der fränkischen Heckers. Er begann in mühevoller Kleinarbeit, die Firmenhistorie zu erforschen, stieß dabei schnell auf weitere Hecker-Besitzer, die nicht lange auf die erste Einladung zu einem Treffen warten mussten. Vor 21 Jahren kamen die Hecker-Enthusiasten erstmals in Marburg zusammen. „Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft“, sagt Hecker.

„Wir haben uns fortan einmal im Jahr getroffen, wurden immer mehr und feiern in diesem Jahr Rekord mit 47 Teilnehmern.“ Eine Zahl, auf die er stolz ist, denn weltweit existieren gerade einmal noch rund 200 Exemplare der alten Schätzchen. Natürlich werde bei den Treffen viel gefachsimpelt, sagt Hecker, doch gehe es auch darum, neue Landschaften zu erkunden.

In diesem Jahr war Heckers Zweitheimat Zierenberg an der Reihe, wo die Oldtimerfans ihr Lager im Zentrum Helfensteine auf dem hohen Dörnberg aufschlugen. Von dort aus führten mehrere Touren unter anderem zur Sababurg nach Hofgeismar und zum Naumburger Eisenbahnmuseum.

Wo auch immer die Hecker-Freunde auftauchten, mussten sie interessierten Passanten von ihren geliebten Zweitaktern berichten. Dabei war viel über die einstigen Motorradboom und den Hersteller zu erfahren, aus erster Hand sozusagen, denn sogar Nachkommen von Hans Hecker haben am diesjährigen Treffen teilgenommen. (zhf)

Mehr zur Hecker-Interessensgemeinschaft und zur Historie der Firma Hecker unter www.hecker-motorrad.de

Quelle: HNA

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