Vermehrt Nachhilfe wegen Corona

Online- und Distanzunterricht führt bei schwächeren Schülern im Wolfhager Land zu Problemen

Zum Teil ist die Nachfrage nach Nachhilfe-Unterricht im Wolfhager Land gestiegen. Vor allem in Mathe benötigen viele Schüler zusätzliche Hilfe.
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Zum Teil ist die Nachfrage nach Nachhilfe-Unterricht im Wolfhager Land gestiegen. Vor allem in Mathe benötigen viele Schüler zusätzliche Hilfe.

Durch Online- und Distanzunterricht ist es für Schüler während der Coronazeit nicht besonders einfach. Teilweise steigt deshalb die Nachfrage nach Nachhilfe im Wolfhager Land.

Wolfhager Land - Der Bedarf und Wunsch nach Nachhilfe sei größer als vor Corona, wie Steffen Ludwig, Leiter des Abacus-Nachhilfeinstituts im Landkreis Kassel, berichtet. Dennoch habe das Institut einen Umsatzrückgang von etwa 40 Prozent gegenüber der Vor-Coronazeit zu verzeichnen. Grund dafür sei vor allem auch, dass einige Eltern verunsichert seien und keinen persönlichen Kontakt zu einem persönlichen Nachhilfe-Lehrer haben wollen.

Zudem sei auch noch ein Werbestandbein fast komplett weggebrochen, denn eine Verteilung von Flyern in Geschäften ist seit etwa einem Jahr kaum noch möglich. Außerdem sitze bei vielen in Zeiten von Kurzarbeit und Geschäftsschließungen das Geld nicht mehr so locker. „In den letzten Wochen ist allerdings eindeutig ein Anstieg der Anfragen zu spüren.“

Da der Online-Unterricht in vielen Fällen jedoch nicht so gut funktioniere, bleibe viel auf der Strecke, wie Marco Schulze, stellvertretender Büroleiter des Abacus-Nachhilfeinstitut, mitteilt. Die Schüler seien zum Teil überfordert, und es falle ihnen schwer, sich zu konzentrieren. Vor allem bei schwächeren Schülern würde das zu Problemen führen.

Dadurch, dass einige Klassen keinen oder kaum Präsenzunterricht hatten, fehle einiges. Trotzdem sei die Nachfrage nach Nachhilfe-Unterricht nicht so groß, wie man hätte annehmen können, sagt Schulze. Einige könnten durch Corona auch Bedenken haben, einen Nachhilfe-Lehrer ins Haus zu lassen. Das Abacus-Nachhilfeinstitut gibt nämlich Einzelunterricht bei den Schülern zuhause, aber mit Maske und genügend Abstand. „Das ist das, was fehlt“, sagt Schulze, die Sachverhalte müssten von selbst erschlossen werden, das verunsichere einige Schüler. „Der Klassiker ist Mathe“, das würde etwa 70 Prozent der Nachhilfe ausmachen, gefolgt von Deutsch und Englisch.

Bei der Studienkreis Nachhilfe in Wolfhagen berichtet Leiterin Brigitte Händler von eher weniger Nachhilfe-Anfragen. Wegen des Lockdowns hätten die Leute vermehrt Angst, vermutet Händler.

Während dieser Zeit würden nur vereinzelt Nachhilfe-Schüler den Unterricht wahrnehmen. Dabei laufe die Nachhilfe unter den normalen Hygienebestimmungen ab. Es gebe große Räume mit kleinen Gruppen, der Abstand könnte so eingehalten werden.

Einen Anstieg von Nachhilfe wegen Corona könne man in der Elisabeth-Selbert-Schule in Zierenberg nicht feststellen, wie Schulleiter Lars Grenzemann sagt. In den vergangenen Osterferien hatte die Schule ein Ostercamp in den Kernfächern Mathe, Deutsch und Englisch angeboten. Von den 80 angeschriebenen schwächeren Schülern haben 52 daran teilgenommen. „Wir müssen schauen, ob wir auch ein Angebot in den Sommerferien unterbreiten“, sagt Grenzemann. (Samira Müller)

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