Prozess in Melsungen

Neun Ponys tot: Frau aus Schwalm-Eder-Kreis soll Tiere vernachlässigt haben

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Bis zu 76 Tiere im Schwalm-Eder-Kreis: Die beschuldigte Frau soll eine ganze Pony-Zucht betrieben haben. Neun der Ponys sollen gestorben sein. Viele der Tiere waren ausgehungert und schwer vernachlässigt.

Schwalm-Eder. Als extrem schlecht und erbärmlich haben am Montag vor dem Amtsgericht Melsungen mehrere Veterinäre den Ernährungs- und Pflegezustand von Ponys bezeichnet, die eine Frau aus dem Schwalm-Eder-Kreis gehalten hat.

Sie ist angeklagt wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz in sieben Fällen und der falschen Verdächtigung. In knapp acht Stunden wurden gestern 19 Zeugen gehört. Die Beschuldigte betrieb eine Ponyzucht, hatte an verschiedenen Stellen im Kreis bis zu 76 Tiere.

Die 42-Jährige soll die ordnungsgemäße Versorgung und Pflege der Tiere vernachlässigt haben. Verteidiger Ullrich Goetjes sagte zu Beginn der Verhandlung, seine Mandantin räume ein, „dass ihr das über den Kopf gewachsen“ sei. Eine Vernachlässigung habe „zum Teil stattgefunden“.

Neun Ponys sind tot

Laut Anklage sind neun Ponys gestorben. Beim Blick auf verschiedene Fotos sprach Richter Heidelbach von schrecklichen Zuständen. Und der Hoftierarzt sagte unter anderem: „Mich erschrecken diese Bilder wahnsinnig.“ 

Der Amtstierarzt des Veterinäramtes Schwalm-Eder erklärte, die Behandlung durch diesen Tierarzt sei teilweise nicht ausreichend gewesen. Die Tiere hätten intensiver behandelt werden müssen. Es habe aber keine Auflagen des Amtes gegeben, gab er auf Nachfrage des Richters zu. Der Hoftierarzt war nach eigenen Worten entsetzt beim Anblick eines toten Pferdes. Man hätte es früher versorgen oder von den Qualen erlösen müssen. Auf die Frage, warum dies nicht veranlasst worden sei, sagte er, die Angeklagte habe es verpasst.

Eine Tierärztin beschrieb den Zustand der Pferde so: „Verhungert, massiv vernachlässigt.“ Eine Tierärztin der Uni Halle, die drei tote Pferde untersuchte: „Die Tiere waren offenkundig krank.“ Die genaue Todesursache habe sie aber nicht feststellen können. 

Fortsetzung: Mittwoch und Donnerstag jeweils ab 8.30 Uhr, Amtsgericht Melsungen. 

Quelle: HNA

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