Zwei beeindruckende Theaterabende mit dem KHS-Oberstufenkurs Darstellendes Spiel

So verrückt wie gewollt

Ignatz Wilka Foto: Eberlein

Fritzlar. Großartiges Theater gab es in dieser Woche in der König-Heinrich-Schule (KHS) Fritzlar: Das zeigten die Schüler der Oberstufen-Kurse „Darstellendes Spiel“ in zwei Aufführungen am Dienstag- und Mittwochabend. Unter der Regie von Kursleiter Ignaz Wilka wurden drei Dramen miteinander verschmolzen und zu etwas völlig Neuem gestaltet.

Die Schüler charakterisierten das Stück selbst, Begriffe wie „grotesk, verrückt, frei improvisiert, ohne Ordnung, durcheinander“ standen auf dem Programmheft, das wie ein Plakat aufgemacht war. Aber auch „frech, geballt, gereift, so gewollt, gekonnt“ las man darauf. All dies und mehr traf zu auf das, was die Zuschauer zu sehen bekamen.

Ausschnitte aus den Stücken „Dantons Tod“ (Georg Büchner), „Die Verfolgung und Ermordung des Jean Paul Marat, dargestellt durch die Schauspielgruppe des Hospizes zu Charenton unter Anleitung des Herren de Sade“ (Peter Weiss) und „Der Auftrag“ (Heiner Müller) waren von den Schülern während der Vorbereitungszeit ausgewählt und scheinbar willkürlich zusammengewürfelt worden.

„Tolles Spiel und tolles Ensemble.“

Ignatz Wilka, Kursleiter

„Die Reihenfolge hat sich bei den Proben ergeben“, sagte Jan-Hendrik Ziegner. Er spielte eine der dreifach besetzen Rollen des Dantons. Aber bei der Inszenierung der Schüler stand weniger das „Was“ des Textes als das „Wie“ der Umsetzung im Mittelpunkt. Der Ort: eine geschlossene Irrenanstalt. Die Darsteller: die Insassen und das medizinische Personal. Die Schüler spielten nicht nur eine Rolle in einem Stück, sondern eine Rolle in einer Rolle in mehreren Stücken.

Und darin sahen die jungen Darsteller auch ihre Herausforderung. „Wir standen als Irre auf der Bühne, die versucht haben, die drei Stücke zu spielen“, beschreibt es Burak Disdis, der den Marat verkörperte. Alle Schauspieler waren 45 Minuten lang in ihrer Rolle, die sie nicht einen Moment verlassen durften, und dennoch musste die Darstellung teilweise den Anschein einer spontanen Handlung aufweisen. Das Stück war für die meisten Schüler etwas Besonderes. Es habe Spaß gemacht, mit Ignatz Wilka zu arbeiten.

„Das Stück der Schüler vereinte viele verschiedene Formen des Theaters und unterschiedliche Techniken, von der Wiederholung über die Karikatur bis hin zum Ernsthaften“, erklärte der Regisseur. Durch die künstlerische Bandbreite des Faches sei es jedem Schüler möglich, sein Talent mit einzubringen, egal ob auf oder hinter der Bühne bei Kulisse, Ton und Licht.

Ignatz Wilka blieb letztlich nichts weiter zu sagen, als: „Tolles Spiel und tolles Ensemble.“ Schulleiter Dr. Ulrich von Nathusius sprach sogar von „begnadeten Theatertalenten“. (zen)

Quelle: HNA

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