Wärmeschübe löcken Tiere hervor

Verrücktes Wetter holt Frühjahrsboten: Maikäfer mitten im Januar

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Ungewöhnlich: Lisa (links) und Julia Platte aus Wernswig fanden in ihrem Garten am Wochenende bei Arbeiten am neuen Teich gleich zwei Maikäfer und bewahrten sie auf.

Wernswig. Dieser Winter ist gar keiner: Zwei Maikäfer sorgten jetzt im Garten der Familie Platte im Wernswig für Aufsehen. Die Familie hatte am Wochenende bei dem milden Wetter an der Filteranlage ihres neuen Teichs gearbeitet und entdeckte dabei die Frühjahrsboten.

Markus Platte fand dabei an einem Rosenbusch zwei Maikäfer, die er gleich als solche identifizierte.

Die beiden Krabbeltiere schienen noch ein wenig im Winterschlaf zu sein, zum Fliegen machten sie keine Anstalten und blieben träge. Käferspezialist stimmt zu Maikäfer gibt es sonst nur im Mai (daher der Name) oder frühestens ab April, erklärte uns der Käferspezialist, Dr. Ulrich Schaffrath, Biologe aus Kassel, der sich die Exemplare angeschaut hat und identifizierte. Bei den beiden Exemplaren handele es sich um Feldmaikäfer. Er findet den Fund im Garten ungewöhnlich, vor allem wenn die Tiere allein aus der Erde gekrabbelt sind. Dennoch: Bislang habe es noch keinen Winter gegeben, daher könne es sein, dass die Käfer bei sehr starker Sonnenbestrahlung, wie das in den vergangenen Tagen geschehen sei, meinten, schon aufstehen zu müssen.

„Maikäfer sitzen völlig ausgebildet in der „Puppenwiege“ unter der Erde, bevor sie in der warmen Jahreszeit meist im Mai herauskommen“, sagte Schaffrath. Manche Tiere reagierten aber auch schon auf die Wärmeschübe im Herbst. Oftmals würden die Käfer im Winter bei Erdarbeiten im Garten unfreiwillig ausgebuddelt. Solche Beobachtungen seien schon öfter gemacht worden. Der Maikäfer lebe nur kurze Zeit, er entwickle sich vom Ei über die Larve und der Verpuppung bis zum fertigen Käfer. Nach der Paarung und Eiablage lebt er höchstens bis Anfang Juni. Dann sterbe der Käfer ab.

Von Christine Thiery

Quelle: HNA

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