Karl Josef Freischem ist Treysas legendärer Büttenredner

Büttenrede: Vers für Vers auf den Punkt

Reimen für den Karneval: Kajo Freischem arbeitet er an seiner neuesten Rede zum Thema „Oma und Opa auf Reisen“. Foto: Rose

Als Karl Josef Freischem - kurz Kajo - 1986 den „Wutzekiller“ mimte, waren die Treeser Narren nicht mehr zu halten. Nicht nur als Hausmetzger fand der 69-Jährige im Karneval seine Berufung. Auch als Strohwitwer, in der Midlife-Krise oder als Wühlmaus-Torero machte der Lehrer stets eine humoristisch perfekte Figur.

Kein Wunder: Der gebürtige Rheinländer, der seit 1971 in Treysa lebt, hat den Karneval quasi im Herzen. „Im Rheinland ist Karneval ein Zustand, hier eine Veranstaltung“, sagt Freischem. Aber irgendwie ist auch in Treysa nach der Saison schon wieder vor der Saison. Kaum sind die Sitzungen vorbei, sammelt Freischem neue Ideen für seinen nächsten Streich.

„Im Rheinland ist Karneval ein Zustand, hier eine Veranstaltung.“

.Seit 1973 steht er in der Bütt, zwischendurch pausierte er acht Jahre, um 2008 mit „Opa und seine Enkel“ zurückzukehren.

Dabei hamstert Freischem die Ideen nicht nur in der eigenen Familie: „Für Tipps bin ich immer zu haben. Was die Leute einem erzählen ist oft so kurios, das gehört dann einfach in die Bütt.“

Was anfangs mit 24 zart gereimten Strophen begann, hat sich mit den Jahren zu mindestens 65 Strophen ausgewachsen, die sprachlich im Treeser Karneval ihresgleichen suchen. „Ich lege viel Wert auf sprachliche Feinheiten und den Rhythmus. Wenn der stimmt, dann lernt man schneller auswendig.“ Wichtig: sprachlich sauber zu arbeiten, „nur dann entsteht beim Zuhörer ein Bild, es geht darum, den Juckepunkt zu finden. Es gibt keine Diskussion über den Wert eines Verses. Entweder er ist auf dem Punkt oder eben nicht.“

• Prunksitzungen in Treysa: Samstag, 30. Januar, und Samstag, 6. Februar, Vorverkauf ab 28. November.

Quelle: HNA

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