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Wegen eines defekten Geräts sind im Melsunger Asklepios-Krankenhaus wichtige Untersuchungen nicht möglich

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Von: Damai Dewert

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 Krankenhaus Melsungen an der  Kasseler Straße Haupteingang
Wegen des Wetters konnte ein Techniker ein wichtiges Gerät im Melsunger Krankenhaus nicht reparieren. Das steht aber ohnehin häufig nicht zur Verfügung und somit auch wichtige Untersuchungen nicht. © Natascha Terjung

Das Melsunger Krankenhaus ist seit Tagen ohne ein wichtiges diagnostisches Gerät. Nach HNA-Informationen soll der einzige Computertomograf (CT) – ein Röntgengerät auch für den Kopf – defekt sein. Wichtige Untersuchungen und Eingriffe sind nicht möglich. Das Gerät ist so alt, dass es dafür nicht mehr alle Ersatzteile geben soll. Einer Ersatzanschaffung hatte die Klinikleitung für das alte Krankenhaus bereits eine Absage erteilt.

Melsungen – Das Gerät stand in diesem Jahr schon häufiger nicht zur Verfüguing Eigentlich sollte es bis Mittwoch repariert worden sein. Laut Asklepios hatte der Techniker aber ein falsches Teil dabei. Wir haben nachgefragt.

Warum verzögert sich die Reparatur weiter?
Die Reparatur hat sich erst aufgrund der schwierigen Straßenverhältnisse verzögert. Dann fehlte das richtige Ersatzteil.

Wie viele Tagen stand der CT in diesem Jahr in Melsungen schon nicht zur Verfügung?
Auf diese Frage antwortete Asklepios aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht. Nach HNA-Recherchen waren es im Januar 19 Tage an denen der CT im Klinikportal Ivena abgemeldet war. Das Röntgengerät war an 20 Tagen abgemeldet und der Schockraum an 18 Tagen.

Auf welche Behandlungen müssen Patienten wegen des Ausfalls verzichten?
Asklepios gibt auf Nachfrage lediglich an, dass notfallmäßig Schlaganfallpatienten nicht behandelt werden könnten. Diese werden aber ohnehin direkt nach Kassel gebracht. Tatsächlich, so eine Experteneinschätzung, ist an Tagen ohne Röntgen, vor allem aber ohne CT, überhaupt keine internistische Grund- und Regelversorgung möglich.

Warum ist das so?
Sollte jemand Atembeschwerden haben, lässt sich eine Lungenembolie nicht ausschließen. Bei Druck im Bauchraum benötigt man zusätzlich zum Ultraschall eine CT, um Blutungen auszuschließen. Schon Patienten mit einen sehr hohen Blutdruck müssten eigentlich verlegt werden, da sich eine akute Hirnblutung nicht ausschließen lasse.

Sind auch andere Abteilungen betroffen?
Ja. In der Geriatrie muss beispielsweise nach dem Sturz eines Patienten eine Fraktur ausgeschlossen werden können. In der Psychiatrie ist es wichtig zu wissen, ob nicht ein Tumor im Kopf Ursache der Symptome ist.

Was kostet ein CT?
Überholt zwischen 250 000 und 500 000 Euro. Neu bis zu einer Million Euro. Für eine Neuanschaffung wären aber wohl umfangreiche Umbauten in der Melsunger Klinik notwendig. Neuere Geräte sind deutlich größer und schwerer. Wahrscheinlich käme es im Altbau zu statischen Problemen und hohen Umbaukosten.

So ist die Situation bei den Covid-Fällen: Aktuell werden bei Asklepios 22 Covid-Patienten behandelt. Sieben auf der Intensivstation – davon zwei beatmet. (Von Damai D. Dewert)

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