Zweiter Psychiatrietag Schwalm-Eder soll dazu beitragen, Vorurteile abzubauen

Verständnis für die Leiden der Seele

Klaus Fröhlich-Gildhoff

Schwalm-Eder. Psychische Erkrankungen frühzeitig erkennen, Vorurteile abbauen und Betroffenen ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen: Auf den Themen liegt das Augenmerk des zweiten Psychiatrietages am Samstag, 20. November, von 9.30 bis 18 Uhr in der Melsunger Stadthalle.

„Kommen kann jeder, der sich für die Themen interessiert“, sagt Otto Cyriax, Geschäftsführer des Psychosozialen Zentrums Schwalm-Eder Nord. Hauptredner ist Professor Dr. Klaus Fröhlich-Gildhoff, Dozent für Klinische Psychologie und Entwicklungspsychologie an der Evangelischen Hochschule Freiburg.

Doch er ist auch im Schwalm-Eder-Kreis kein Unbekannter. Fröhlich-Gildhoff arbeitete vor seiner Habilitation als Psychologe in Melsungen und war Geschäftsführer des Arbeitskreises Gemeindenahe Gesundheitsversorgung (AKGG).

In seinem Vortrag befasst er sich mit den Schutz- und Risikofaktoren für psychische Erkrankungen bei der kindlichen Entwicklung. Eine seiner Thesen: Eine stabile Beziehung zwischen Kindern und Erwachsenen ist besonders wichtig – nicht nur in der Familie, sondern ebenso in Schulen und in Kindergärten.

Zudem soll der Psychiatrietag helfen, dass psychische Erkrankungen gesellschaftlich besser akzeptiert werden. „Oft wird ein psychisches Leiden noch tabuisiert“, erklärt der Neurologe und Psychiater Wolfgang Kloss von der Vitos-Klinik in Merxhausen. Dabei würde Studien zufolge in Deutschland jeder zweite Mensch einmal in seinem Leben psychisch erkranken. „Tritt ein solches Leiden auf, sollte es sofort behandelt werden,“ erläutert Cyriax.

Angebote besser vernetzen

Daher soll der Psychiatrietag auch dazu dienen, bestehende Angebote besser zu vernetzen. Auf einem „Markt der psychiatrischen Möglichkeiten“ können sich Besucher über Einrichtungen zur Behandlung psychischer Krankheiten informieren. „Auch Selbsthilfegruppen sollen gestärkt werden“, sagt Cyriax.

Arbeitsgruppen

Bei der Veranstaltung gibt es Arbeitsgruppen, in denen zu Themen wie Selbstmordprävention oder die berufliche und medizinische Rehabilitation von psychisch Erkrankten gesprochen und diskutiert werden kann. Der Eintritt ist kostenlos. Eine Kinderbetreuung wird organisiert. (mso)

• Informationen: Sozialpsychiatrischer Dienst Schwalm-Eder, Tel. 0 56 81/ 775-691, www.schwalm-eder-kreis.de

Quelle: HNA

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