Tierseuche könnte über Lebensmittel eingeschleppt werden

Veterinäramt warnt  vor Schweinepest im Wolfhager Land

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Wolfhager Land. Landwirte und Veterinäramt im Landkreis Kassel befürchten, dass die Afrikanische Schweinepest in die Region eingeschleppt wird.

 „Wir nehmen diese Seuche sehr ernst. Es ist derzeit nicht mehr die Frage, ob die Schweinepest kommt, sondern wann sie kommt“, erklärt Dr. Sabine Kneissl, Leiterin des Kreisveterinäramtes. Die Gefahr der Einschleppung über verseuchte Lebensmittel sei groß. Zuletzt wurde die Viruserkrankung im November in der Nähe der polnischen Hauptstadt Warschau bei Wildschweinen nachgewiesen. Johannes Gerhold vom Kreisbauernverband sieht entsorgte infizierte Lebensmitteln an Rastplätzen als größte Gefahr. Nicht ohne Grund: Laut eines Sprechers der Baunataler Autobahnpolizei rasten und übernachten auf allen Parkplätzen rund um Kassel Lkw-Fahrer aus Osteuropa. Kommen sie aus Gebieten, in denen die Schweinepest aktiv ist, können sie kontaminierte Fleischprodukte im Gepäck haben. Dass ein heimisches Wildschwein da schnell mal an ein achtlos weggeworfenes Wurstbrot bekomme, sei eine größere Gefahr, als das ein Tier über die Grenze wandere und den heimischen Schweinebestand infiziere, meint Gerhold.

Aus diesem Grund informiere man mit Plakaten in sechs Sprachen an Autobahnraststätten über das Ansteckungsrisiko, erklärt Kneissl. Das Veterinäramt habe auch Landwirte und Jäger sensibilisiert und bereite eine Informationsveranstaltung vor.

Bauernverband und Veterinäramt raten Hygienevorschriften einzuhalten, den Zutritt von Unbefugten in Schweineställe zu unterbinden und Wildschweine von Ställen im Außenbereich fernzuhalten. Jäger sollten nach der Jagd die Kleidung wechseln. Wenn die Krankheit ausbricht, könnte der Schweinefleisch-Markt durch Exportbeschränkungen und sinkende Nachfrage durch die Verunsicherung bei den Verbrauchern zusammenbrechen, fürchten die Landwirte.

Quelle: HNA

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