Viel Ärger um die Schleichwege

Autofahrer ignorieren gesperrte Ortsdurchfahrt

Asterode. Die Anwohner des Schullandweges in Asterode sind sauer. Ruhe und Beschaulichkeit in ihrer kleinen Straße sind dahin. Nach ihren Beobachtungen ignorieren immer mehr Autofahrer die gesperrte Orstdurchfahrt in Asterode und nutzen die Seitenstraße als Umleitungsstrecke.

Diese ist nur für den Anliegerverkehr freigegeben. Wegen Straßen- und Tiefbauarbeiten ist die Bundesstraße 454 in Asterode gesperrt.

Derzeit wird am ersten Bauabschnitt zwischen den Kreuzungen Schullandweg und Schlippergasse gearbeitet. Aktuell ist der Schullandweg für Anlieger und Schulbusse freigegeben. Genau das ist aus Sicht von Robert Wilke das Problem. Der Leiter der Polizeistation in Schwalmstadt hat sich bereits von der Situation vor Ort ein Bild gemacht. Diese Lösung sei gefunden worden, um den Busse die Fahrt zu ermöglichen und Ortskundige schließen sich dem offenbar an. Das bestätigen Anwohner: „Die Leute merken, wo der Bus herfährt und meinen, da könnte man auch langfahren.“

Immerhin 130 Fahrzeuge, die aus seiner Sicht keine Anlieger waren, hat Anwohner Berthold Schiel an einem Tag im Schullandweg innerhalb von drei Stunden gezählt. Und nicht nur Lärm und Abgase stören die Anwohner. Beobachtet wurde auch, dass Baken und Schilder versetzt wurden, um die Einfahrt in die kleine Straße besser nutzten zu können. Missachtet würden zudem häufig die Tempo-30-Beschilderung und die in dem Wohngebiet geltende Vorfahrtsregel rechts vor links.

„Und Schilder und Regeln nutzen nichts, wenn sie keiner beachtet“, empört sich Bernhard Eller, Sprecher der Initiative. Für die Anwohner ist klar, „es muss mehr kontrolliert werden. Das ist auch bei einer Bürgerversammlung zugesichert worden“, sagt Brunhilde Riebeling.

Stichprobenartige Kontrollen der Polizei seien möglich, bestätigt Polizeistellenleiter Wilke. Nicht immer einfach zu klären, sei allerdings die Frage, wer Anlieger sei und wer nicht.

„Eine unschöne Situation“, gibt Horst Sinemus, Sprecher der Straßenbauverwaltung Hessen Mobil zu. Das sieht auch Neukirchens Bürgermeister Klemens Olbrich so. Der Stadt allerdings seien die Hände gebunden, als Kommunalverwaltung könne sie nur vermitteln, zum Beispiel zwischen Anwohnern, Polizei und Straßenbauverwaltung.

Die wiederum sieht es laut Pressesprecher Sinemus als schwierig an, eine Lösung zu finden, mit der alle zufrieden sein können. Würde man auch im Schullandweg die Durchfahrt verbieten, müssten auch die Anwohner neue Wege suchen, meint Polizeichef Wilke.

Zunächst einmal werde sich die Situation wieder entspannen, darauf weist Bürgermeister Olbrich hin. Bis Ende November soll die erste Etappe der Bauarbeiten abgeschlossen und die Ortsdurchfahrt wieder freigegeben sein - bis im Frühjahr die Arbeiten fortgesetzt werden.

Von Sylke Grede

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Quelle: HNA

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