Beamte waren nachts bei 500 Einsätzen unterwegs

Viel Arbeit für die Polizei im Schwalm-Eder-Kreis durch Schwertransporte

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Schneckentempo: Fast jede nacht rollen Schwertransporte durch den Schwalm-Eder. Unser Foto, das im vergangenen November entstanden ist, zeigt einen Lkw-Zug mit dem Teil eines Windrad an der Rangekreuzung in Fritzlar.

Schwalm-Eder. Durch den Landkreis rollen immer häufiger Großraum- und Schwertransporte (GST). Seit wichtige Brücken in Nordhessen, wie die Helterbachbrücke (A7, Bauarbeiten), für solche Transporte nicht genutzt werden können, sind die Schwergewichte regelmäßig an Wochentagen nachts im Landkreis unterwegs.

Sie fahren auf Bundes- und Landstraßen vor allem durch den Kreisteil Fritzlar-Homberg, wie Dirk Daniel, Leiter des Verkehrsdienstes der Polizeidirektion Schwalm-Eder, berichtet.

Solche Einsätze bereiten der Polizei einige Arbeit. 2600 Anträge für Schwertransporte seien im vergangenen Jahr bearbeitet worden. Manche würden allerdings auch wieder storniert, und nicht in allen Fällen sei eine Begleitung durch die Polizei notwendig.

Bis Mitte Dezember 2013 gab es über 500 Fälle, in denen die Polizei mit unterwegs war (2012: 300). Auf über 1000 Stunden summierten sich diese nächtlichen Einsätze.

Häufig werden Teile für Windkraftanlagen transportiert, aber auch große Maschinenteile, Pressen für den Autobau, Panzer, Kräne und Tanks für die Ariane-Raketen.

Es würden nicht jede Nacht gleich viele Transporte begleitet, teilweise könnten es aber bis zu zehn werden. Die Beamten aus dem Schwalm-Eder-Kreis lotsen sie dann jeweils bis zum Übergabepunkt an der Kreisgrenze. In einigen Fällen seien bis zu vier Streifenwagen nötig. Dann sind meist Beamte aus allen Kreisteilen im Einsatz.

Die Kosten für die Begleitung werde den Firmen in Rechnung gestellt, erklärte Daniel. Die Polizei dokumentiere dafür unter anderem die Wegstrecke, die Zeit sowie die Zahl der eingesetzten Beamten.

Probleme bereiten immer wieder Ortsdurchfahrten, wie etwa in Hebel und Unshausen. Teilweise müssen Verkehrszeichen abgebaut und die Strecken für den Gegenverkehr gesperrt werden.

Die Begleitung von Großraum- und Schwertransporten durch die Polizei beeinträchtige nicht die Einsatzbereitschaft, betont Markus Brettschneider, Pressesprecher der Polizeidirektion Schwalm-Eder. „Der Schutz der Bürger hat oberste Priorität. Wenn Menschen die Polizei brauchen, bekommen sie Hilfe“, sagt er.

Die Schwertransporte würden begleitet, wenn die Polizei dafür Zeit habe. Im Ernstfall könnten sie auch stehen gelassen werden und müssten eben warten. Aktuelle Einsätze hätten Vorrang. Zu solchen Situationen komme es aber selten, erklärte Brettschneider. Schließlich könnten ja auch Streifen aus Nachbardienststellen gerufen werden.

Von Heinz Rohde

Quelle: HNA

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