Norbert Miltz (parteilos) ist heute seit 100 Tagen im Amt des Gemeindebürgermeisters

Viel Arbeit schreckt ihn nicht

Norbert Miltz

Ottrau. Der Wahlkrimi ist Geschichte: Norbert Miltz, der sich im April per Stichwahl mit 51,7 Prozent gegen den Sozialdemokraten Hans-Ulrich Merle durchgesetzt hatte, ist seit 100 Tagen im Amt als Bürgermeister von Ottrau und strahlt: „Ich habe mich sehr gut eingelebt.“

Nach 38 Jahren als Finanzbeamter und zehn Jahren, in denen er seinen Traum, Ottraus Bürgermeister zu werden verfolgte, ist der 54-Jährige angekommen.

Bürgersprechstunde

„Eine sehr hohe Erwartungshaltung“ hat der frühere Christdemokrat, der sein Parteibuch im Wahlkampf abgab, in seiner Anfangszeit gespürt. Ständig sei er in der Gemeinde unterwegs – auch, um das Ohr bei den Menschen zu haben. Seine Bürgersprechstunden zwei Mal pro Monat würden sehr gut angenommen. Möglichst schnell Abhilfe zu schaffen, das sei stets sein Ziel, erzählt er gut gelaunt. Selbstverständlich war Norbert Miltz auch umgehend vor Ort, nachdem kürzlich die beiden Unwetter die Gemeinde heimsuchten. Die 60-Stunden-Woche, die er zuvor erwartet hatte, reiche für das nötige Pensum allerdings nicht aus.

Trotzdem zieht ihn nichts zurück in die Finanzbehörde. Aus Zeitmangel hat er den geplanten Besuch bei seinen langjährigen Kollegen noch immer nicht absolviert. Dafür beugt er sich gern über die Zahlen des Ottrauer Haushalts. Der könne sich im Vergleich mit anderen Gemeinden durchaus sehen lassen, findet Miltz, der einen ausgeglichenen Etat anstrebt und auch für möglich hält.

„Mir bereitet es Freude, dass die Menschen auf mich zukommen.“

Norbert Miltz

Den Stand der Dinge und die Entwicklung der Gemeinde will Miltz in einer Broschüre ausarbeiten, die erstmals beim Neujahrsempfang – auch das ein Novum – im Januar ausgeteilt werden wird. Die Broschüre soll von da an regelmäßig erscheinen, halbjahres- oder quartalsweise.

Berichtet werden wird in dieser Broschüre dann zum Beispiel von der laufenden Dorferneuerung in Schorbach mit Kinderspielplatz und Dorfgemeinschaftshaus, von der Ortsdurchfahrt Auf der Biltz, die möglichst grunderneuert werden soll, und vom Backhaus in Immichenhain, das dem aus diesem Ort stammenden Miltz ebenfalls ein großes Anliegen ist: „Tradition und dörfliches Leben sind mir wichtig“.

Arzt und Leerstand

Die viele Arbeit, die vor ihm liegt, schreckt Norbert Miltz keineswegs. In Sachen des sehnlich erwünschten Arztes sei jetzt aber erst einmal abzuwarten, welche Gestalt die Hilfe der Bundesregierung annimmt. Gut findet es der neue Bürgermeister, dass Ottrau Aufnahme in ein Pilotprojekt des Kreises gefunden hat, in dem es um Leerstand geht.

Norbert Miltz ist vor all‘ dem nicht bange, er fühlt sich am rechten Platz, will in Anspruch genommen werden, denn: „Mir bereitet es Freude, dass die Menschen auf mich zukommen.“ Archivfoto:  aqu

Von Anne Quehl

Quelle: HNA

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