Viel Einsatz für den Blues

Landestheater Marburg gastierte mit Musical in Homberger Stadthalle

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Präsentierten einen Klassiker in Homberg: Das Ensemble des Landestheaters Marburg brachte das Musical „The Blues Brothers“ auf die Bühne der Homberger Stadthalle.

Homberg. Wer Rhythm & Blues mit Soul-, Rock- und Jazzelementen liebt, der kommt an Jake und Elwood Blues nicht vorbei. So erging es auch den 300 Besuchern, die sich am Samstagabend in der Homberger Stadthalle von dem Musical „The Blues Brothers - A Tribute" in die 1980er Jahre zurückversetzen ließen.

Auf Einladung des Homberger Kulturrings präsentierten 40 Mitwirkende des Landestheater Marburg die einst als Film zu Kultstatus gelangte Geschichte um die schrägen Brüder als Musical auf der Theaterbühne.

Ob „Soul Man“, „Everybody needs somebody to love“ oder „Jailhouse Rock“ - im Fokus der Inszenierung stand die Musik mit Lied-Klassikern von namhaften Original-Interpreten jener Zeit, allen voran Aretha Franklin, James Brown, Cab Calloway, Ray Charles und John Lee Hooker.

Dagegen spielte die bereits im Film schwächelnde Handlung eine absolute Nebenrolle: Um die Schließung eines von Nonnen geleiteten Waisenhauses zu verhindern, beschlossen Jake und Elwood „im Auftrag des Herrn“ mit einem Konzert 5000 Dollar einzuspielen.

Zunächst galt es jedoch, ihre ehemaligen Bandkollegen zu reaktivieren. Dass sie im Verlauf ihres Vorhabens nicht immer Recht und Gesetz achteten, zeigte sich in wilden Verfolgungsjagden mit der Polizei. Die in der Filmversion noch tragenden Action-Szenen waren jedoch trotz technischer Raffinessen per Videoleinwand-Darstellung kaum effektiv auf die Bühne zu bringen.

Durchaus überzeugend hingegen präsentierten sich die Hauptakteure Ogün „Jake“ Derendeli und Artur „Elwood“ Molin als Blues Brothers: In ihrem markanten Outfit mit schwarzen Anzügen, Krawatten, Hüten und Sonnenbrillen zogen sie mit vollem Gesangs- und Körpereinsatz den roten Faden durch die Inszenierung. Dabei stand ihnen mit der stimmgewaltigen Soul-Diva Franziska Knetsch, die nicht nur in der Rolle der Aretha Franklin brillierte, ein fast schon übermächtig-tonangebender weiblicher Gesangspart zur Seite.

Instrumental glänzte die - zeitweilig etwas zu dominant wirkende - Band, während die tänzerischen Choreografien in der Umsetzung noch Luft nach oben ließen.

Das galt trotz einiger Glanzpunkte grundsätzlich für die gesamte Vorstellung, die dem Homberger Publikum zwar ansatzweise einheizte, den Funken jedoch nicht überspringen ließ. Freundlichen stehenden Applaus gab es am Ende dennoch, aber Begeisterung sieht anders aus.

Von Sigrid Ehl-von Unwerth

Quelle: HNA

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