Experten diskutierten in Gudensberg über die Zukunft der Landwirtschaft

Viel Fläche, weniger Tiere

Debatte über die Landwirtschaft: von links Bürgermeister Frank Börner, der Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Dr. Wilhelm Priesmeier, Kreisveterinär Dr. Hans-Gerhard Heil, der Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Schwalm-Eder, Dr. Bernd Wenck, Moderator Helmar Pflock und der Biolandwirt Walter Lang aus dem Vogelbergkreis saßen in Gudensberg auf dem Podium. Fotos: Eberlein

Gudensberg. Wer als Landwirt weiter bestehen möchte, muss sich Gedanken über das Feld vor der eigenen Haustür, aber auch den Anbau und die Viehhaltung auf der ganzen Welt machen. Das sagte Dr. Wilhelm Priesmeier, Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion und Gast der Informations-Veranstaltung zur Entwicklung der Landwirtschaft in Gudensberg.

Auf dem Podium saßen Vertreter aus Politik, Landwirtschaft und Veterinärmedizin. 260 Zuschauer wollten über die Zukunft der Landwirtschaft mitdiskutieren.

Die Landwirtschaft befinde sich im Spannungsfeld zwischen Wirtschaftlichkeit, Tierschutz und Umweltfreundlichkeit, sagte Gudensbergs Bürgermeister Frank Börner.

Tier- und Umweltschutz, weniger Einsatz von Antibiotika sowie höhere Standards bei der Produktion spielten dabei künftig eine immer größere Rolle, sagte Dr. Wilhelm Priesmeier. Dazu gehöre es, die Betriebe zu stabilisieren und sie gegebenenfalls zu erweitern

Die Betriebe ständig zu verändern und sie anzu- passen, sei weiter nötig, sagte auch Dr. Bernd Wenck. vom Kreisbauernverband. Wer nicht mit dem technischen Fortschritt gehe, riskiere es, als Landwirt unterzugehen. Ein Trend bleibe es, die Betriebe zu vergrößern und die Fläche pro Betrieb auszuweiten. In der Konsequenz nehme die Zahl der Betriebe seit 40 Jahren kontinuierlich ab. Zurzeit gebe es 1400 Landwirte im Landkreis. Ebenfalls habe die Viehhaltung abgenommen.

Stigma Massentierhaltung

Wer dagegen noch Tiere halte, werde oft mit dem Stigma der Massentierhaltung in Verbindung gebracht. Mit Massentierhaltung werde alles verbunden, was negativ an der Landwirtschaft sei, wie das mangelndes Wohl der Tiere, Stickstoff im Grundwasser und überhöhter Antibiotikaeinsatz. Es fehle jedoch eine klare Definition für den Begriff der Massentierhaltung.

Kreis-Veterinär Dr. Hans-Gerhard Heil stellte klar, dass die meisten Bestimmungen in der Landwirtschaft nicht vom Bund, sondern von der EU vorgegeben würden. Mit diesen Vorgaben seien die Kontrollen gestiegen. Alleine 22 Kontrolleure seien in der Geflügelschlachtanlage in Gudensberg eingesetzt. Wer in Zukunft zu viel Antibiotika einsetze, müsse damit rechnen auf einer „Roten Liste“ zu landen.

Biolandwirt Walter Lang stellte seinen landwirtschaftlichen Betrieb in Herbstein (Vogelsbergkreis) vor. Er lieferte ein Beispiel, wie ökologische Landwirtschaft erfolgreich zu betreiben ist. ARTIKEL UNTEN

Von Christl Eberlein

Quelle: HNA

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